DIE FACKEL IM CHEMIEPARK KNAPSACK
WELCHE BEDEUTUNG HAT SIE?

Wenn die Hochfackel der Polypropylenanlage anspringt, ist dies ein beeindruckendes Schauspiel. Für viele sicherlich auch ein beängstigendes, denn die Flamme ist mitunter bis zu 30 Meter hoch, manchmal rußt sie und manchmal ist der Verbrennungsvorgang von starkem Rauschen begleitet. Da kann einem schon mal angst und bange werden – zumal bei Dunkelheit, wenn der Feuerschein weithin sichtbar ist.

Allerdings besteht im Fall der brennenden Hochfackel kein Grund zur Sorge - es sei denn man sorgt sich um das Betriebsergebnis der LyondellBasell-Anlage im Chemiepark Knapsack. Die Sicherheit jedoch ist nicht gefährdet, genauso wenig die Gesundheit der Mitarbeiter und der Anwohner.

Was passiert, wenn die Fackel brennt?

Ähnlich wie bei einem Gasfeuerzeug verbrennt am Kopf der Fackel das Gas Propylen. Aus diesem Gas wird im Normalfall der Kunststoff Polypropylen hergestellt. Allerdings kann es aus unterschiedlichen Gründen schon mal zu Störungen in der Produktion  kommen. Dann ist es mitunter notwendig, die Anlage, die normalerweise kontinuierlich rund um die Uhr läuft, abzustellen und das leicht entzündliche Propylen gefahrlos zu verbrennen.

Dabei greift ein erprobtes Sicherheitssystem: Die Fackel springt an und das Propylen wird verbrannt. Ähnlich wie bei einem Feuerzeug rußt die Flamme. Beim Feuerzeug können Sie es deutlich sehen, wenn Sie einen weißen Teller über die Flamme halten. Freilich entsteht bei der Fackel mehr Ruß. Aber ebenso wie bei den Flammen, die wir alle aus dem Alltag kennen (Kerzen, Holzfeuer, Gasherd), besteht der Ruß aus reinem Kohlenstoff. Dieser ist zwar unangenehm schmutzig, aber nicht giftig. Der Ruß entsteht dann, wenn die Flamme nicht genügend Sauerstoff bekommt, um das Propylen vollständig zu verbrennen. Wenn es vollständig verbrennt, entstehen lediglich Kohlendioxid und Wasser.  Um bei Fackeltätigkeit die Belästigung der Nachbarschaft durch Rußbildung weitgehend zu verhindern, geben die Betreiber dem zu verbrennenden Gasstrom Dampf bei. Dieser transportiert Sauerstoff ins Innere der großen Flamme, verursacht dabei jedoch Lärm.

Beendet wird die Fackeltätigkeit entweder mit dem Wiederanfahren der Polypropylenanlage oder wenn die Anlage vollständig entspannt wurde.

Sie können sicher sein, dass die Fackel nur brennt, wenn es wirklich notwendig ist. Denn dabei wird ein wertvoller Rohstoff vernichtet. LyondellBasell hat daher ein hohes Interesse daran, dies zu verhindern.

Jürgen Groborz

Leiter Standortsicherheit / Abfallmanagement
Tel.: +49 22 33 48-6139
Fax: +49 22 33 48-94-6139

Richtiges Verhalten für Nachbarn bei Vorfällen.

Werksfeuerwehr

Ausführliche Hinweise finden Sie in unserer Broschüre "Sicherheitsvorsorge".

ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber InfraServ Knapsack liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.