09.05.17

Zukunftsweisende Projekte für die Wasserstoffregion Rheinland

Die Initiative HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland e.V. feierte jüngst im Rathaus der Stadt Brühl 10-jähriges Bestehen. Die Initiative ist regional wie europaweit als öffentlich-private Partnerschaft anerkannt. Die Gäste und Mitglieder aus der Region Rheinland schauten mit Stolz auf erfolgreiche Projekte der letzten 10 Jahre zurück. In den kommenden Jahren wird die Initiative das Projektmanagement als Konsortialpartner im Rahmen des bislang größten EU-Gemeinschaftsprojekts im Bereich Brennstoffzellenbusse – JIVE (Joint Initiative for Hydrogen Vehicles across Europe) – übernehmen.


Die Initiatoren und Wegbegleiter feierten im Rathaus der Stadt Brühl 10 Jahre HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland e.V.: 2007 bis 2017. Hier im Kapitelsaal wurde die erste Vereinbarung vor 10 Jahren unterzeichnet.

„Alles begann mit einer visionären Idee, die die Tür zu einer wegweisenden Entwicklung öffnete“, so Dr. Albrecht Möllmann, Vorsitzender HyCologne e.V., der auf die Stärken der Initialgeber verwies. Im Chemiepark Hürth Knapsack erzeugte die Industrie als ein Nebenprodukt von Chemieprozessen Wasserstoff, der keinen weiteren Anwendungen zugeführt wurde. Mit der Vision, dieses Gas zu nutzen, gründete sich im Jahr 2005 im Technologiezentrum ST@RT HÜRTH die „Interessengemeinschaft Wasserstoff – IGH2“. Dr. Oliver Knauff, damals OperaThing GmbH, Boris Jermer als Absolvent der Technologiewissenschaft mit Fokus Wasserstoff an der Universität Maastricht und Carsten Krause, damals Technologiezentrum ST@RT HÜRTH, erkannten gemeinsam das Potenzial, das im Wasserstoff als Energieträger und der Region Köln steckt. Der Chemiepark Knapsack (InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG), die Stadtwerke Hürth AöR, die Vinnolit GmbH und der Industriegasehersteller Praxair GmbH waren bereits in der Frühphase am Aufbau der Interessengemeinschaft beteiligt.

Die IGH2 ging im Jahr 2007 mit zwei weiteren Gründungsmitgliedern in die Initiative HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland e.V. über. Heute, im Jahr 2017, tragen 28 öffentliche und private Mitglieder die Projekte wie Null-Emission im öffentlichen Nahverkehr oder die Wasserstofftankstelle am Chemiepark Knapsack. Das Netzwerk beteiligt sich aktiv an der Umsetzung der Klimaziele. „Wir haben viele unserer Gründungsziele konsequent umgesetzt. Uns war und ist es wichtig, in der Gesellschaft und bei den Entscheidungsträgern in der Wirtschaft und Politik das Bewusstsein für die Bedeutung des Wasserstoffs als Energieträger zu schärfen. Dies haben wir getan, indem wir in den letzten 10 Jahren 10 relevante Projekte aus dem Bereich Wasserstoff und Brennstoffzellen angestoßen und größtenteils erfolgreich umgesetzt haben“, lautet das Resümee von Boris Jermer während der Jubiläumsfeier. Er ist Projektleiter bei HyCologne e.V. und eine der Personen, die das Projekt JIVE umsetzen werden. Als Ergänzung wird im Rahmen des Projekts MEHRLIN (Models for Economic Hydrogen Refuelling Infrastructure) der Bau von sieben Wasserstofftankstellen für Busse angegangen. „Wir wissen, dass wir einen richtigen Weg eingeschlagen haben“, schließt Jermer seinen Beitrag im Rathaus Brühl.

Auf einem guten Weg sieht sich auch die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK). „Bereits seit 2011 setzen wir Brennstoffzellen-Hybridbusse im Linienverkehr in unseren Partnerstädten Hürth und Brühl ein. Aufgrund der guten Erfahrungen werden wir weiterhin in diese Technologie investieren", sagt RVK-Geschäftsführer Eugen Puderbach. Neben dem Prädikat eines emissionsfreien und klimaschonenden ÖPNV schätzt das Verkehrsunternehmen auch die betrieblichen Vorteile dieser Technologie. Diese liegen vor allem im Bereich der Reichweite und der Betankungszeiten sowie der flexiblen Einsatzmöglichkeiten der Fahrzeuge. "Demnächst möchten wir unsere Flotte um 30 weitere Brennstoffzellen-Hybridbusse erweitern und zwei Wasserstoff-Tankstellen in Betrieb nehmen", ergänzt Puderbach. Ab 2030 plant das Unternehmen, ausschließlich emissionsfreie Fahrzeuge anzuschaffen und damit den Schutz von Umwelt und Klima aktiv voranzutreiben.


Thomas Kuhlow

Leiter Kommunikation
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ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber InfraServ Knapsack liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.