1950 - 1959 Die Phosphorchemie zieht in Knapsack ein

1950

Beginn der Monochloressigsäure-Produktion und Wiederaufnahme der Ferrosilizium-Herstellung.

 

1951

läuft die Erzeugung wieder auf allen Gebieten.

Im Zuge der Neuordnung der früheren IG FARBENINDUSTRIE AG werden am 1. Oktober 1951 folgende Unternehmen zur KNAPSACK-GRIESHEIM AKTIENGESELLSCHAFT FÜR STICKSTOFFDÜNGER UND AUTOGENTECHNIK zusammengeschlossen:

  • AKTIENGESELLSCHAFT FÜR STICKSTOFFDÜNGER Knapsack bei Köln;
  • GRIESHEIM-AUTOGEN Frankfurt/Main;
  • NORDWESTDEUTSCHE SAUERSTOFFWERKE Düsseldorf;
  • TEGA WERK, FABRIK TECHNISCHER GASE Kassel-Bettenhausen;
  • SÜDWESTDEUTSCHE SAUERSTOFFWERKE Stuttgart-Untertürkheim.

Dr. Friedbert Ritter wird Vorstandsvorsitzender der Knapsack-Griesheim AG und gehört gleichzeitig dem Vorstand der Farbwerke Hoechst AG an.

 

1952

Entlassung der Firma aus Alliierter Kontrolle und Änderung des Firmennamens in KNAPSACK-GRIESHEIM AKTIENGESELLSCHAFT, Knapsack bei Köln. Die Aktien der Gesellschaft gehen im Zuge der Entflechtung der IG FARBEN INDUSTRIE i.L. wieder auf die FARBWERKE HOECHST AG VORM. MEISTER LUCIUS & BRÜNING, Frankfurt/Main über.

Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an der FRIEDRICH UHDE GMBH, Dortmund, Übernahme der Beteiligung an den Firmen DECKER & CIE. GMBH, Köln und PAUL EISENHARDT; SENFFABRIK UND ESSIGESSENZ-VERKAUFS-GESELLSCHAFT MBH, Düsseldorf.

Umstellung der Aceton-Anlage von Essigsäure auf Isopropanol und im September Errichtung der ersten Phosphaterz-Silozellen im Hafen Godorf.

Aufsichtsratvorsitzender der neuen Gesellschaft wird der Vorstandsvorsitzende der Farbwerke Hoechst AG, Karl Winnacker.

Belegschaftsstand: über 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

 

1953

Beginn der Phosphorproduktion: Elementarer Phosphor, Thermische Phosphorsäure, Roter Phosphor und die Herstellung von Acetylenruß (Explosionsruß)

 

1954

Beginn der Produktion von Vinylchlorid auf Basis Acetylen und Angebot von Ferrosilizium-Pulver, hergestellt nach eigenem Verfahren

 

1955

Inbetriebnahme eines völlig geschlossenen Carbidofens (Carbidofen 10) mit einer Leistung von 40 MW. Die neue Technologie ermöglicht erhebliche Verbesserungen in der Anlagenproduktivität und im Umweltschutz.  

Im Phosphorbereich kommt im Dezember die Phosphat-Sinteranlage 1 hinzu.

 

1956

Aufnahme der Produktion von Pentanatriumtriphosphat und Tetranatriumpyrophosphat nach eigenem Verfahren im April (Sprühturm 1) und Inbetriebnahme eines zweiten Phosphorofens im Oktober mit 50 MW.   

Das Pentanatriumtriphosphat, auch Natriumtripolyphosphat (NTPP) genannt, dient als Gerüststoff in modernen Waschmittelrezepturen. Es bildet für drei Jahrzehnte die Grundlage zum Aufbau einer erfolgreichen Phosphatchemie.   

Einweihung des Knapsacker Feierabendhauses.

 

1957

Chloropren- und Acrylnitril-Produktion sind andere neue Produkte aus Knapsack.   

Die Belegschaft wächst auf über 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.   

Am 16. Januar wird Dr. Hugo Querengässer zum ständigen Vertreter von Dr. Janning in seiner Eigenschaft als Werksleiter des Werkes Knapsack und am 30. Juni 1961 dann zum Werksleiter ernannt. Ab 17. September 1962 gehört Querengässer dem Vorstand an.

 

1958

Die Inbetriebnahme eines zweiten geschlossenen Carbidofens (Carbidofen 20) ermöglicht die Stillegung von fünf kleineren offenen Öfen.

 

1959

Umwandlung der Knapsack-Griesheim Aktiengesellschaft unter Beibehaltung des Namens in eine Betriebsführungsgesellschaft der Farbwerke Hoechst Aktiengesellschaft.

Karl Winnacker

ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber InfraServ Knapsack liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.