1970 - 1979 Neue Arbeitsgebiete im Hoechst Werk Knapsack

1970

Einstellung der Produktion von Acrylnitril und von Blausäure.

Die Polyolefine ziehen mit der Inbetriebnahme einer Anlage für Niederdruck-Polyethylen (HDPE) in Knapsack ein.

Dr. Hellmut Gäbler übernimmt vom 1. April 1970 bis zum 1. April 1975 die Werksleitung in Knapsack. Ab dem 14. April 1972 gehört er dem Vorstand der Knapsack AG an und übernimmt den Vorstandsvorsitz vom 1. Januar 1973 bis zum 8. Juli 1974.

Der Belegschaftsstand beträgt über 5000 Mitarbeiter.

 

1971

Kalkstickstoff hat als Düngemittel in der Landwirtschaft ausgedient. Stillegung der Carbidöfen 8 und 9, der Kalkstickstoff-Anlage sowie der Produktion von Vinylacetat.

Neu entsteht eine Anlage zur Herstellung von Phosphorzwischenprodukten im Werksteil Hürth

 

1972

Erstbezug des neugebauten Ausbildungszentrum im Werksteil Hürth durch die Handwerksberufe

 

1973

Errichtung einer Anlage zur Herstellung von Chlorhostalen und Hostalit H im Werksteil Hürth und Aufnahme der Produktion von Gipswandbauplatten zur Verwertung des Gipses aus dem Naßaufschluß von Phosphaterzen.

Die Farbwerke Hoechst und die Firma Aktiebolag gründen am 21. Dezember das Gemeinschaftsunternehmen BOLIDEN-KNAPSACK GMBH zum Vertrieb von Fällsalzen für die Entfernung von Phosphaten aus Abwasser.

 

1974

Umwandlung der Knapsack Aktiengesellschaft in HOECHST AKTIENGESELLSCHAFT, WERK KNAPSACK.

Abschied von der Acetylen-Chemie durch Stillegung der Anlage Vinylchlorid 1 und Siegeszug der Ethylenchemie durch Inbetriebnahme einer Anlage zur Oxichlorierung von Ethylen und Erweiterung der EDC-Spaltung.

Am 7. Juli ereignet sich eine Gasexplosion in der EDC-Spaltanlage; glücklicherweise wird kein Mitarbeiter verletzt.

 

1975

Dr. Max-Rudolf Buchmann wird am 1. April 1975 Leiter des Werkes Knapsack der Hoechst AG.

Er führt das Werk bis zum 30. April 1993

Eröffnung des Ausbildungszentrums im Werksteil Hürth.

 

1976

Erweiterung der Produktionspalette im Werksteil Hürth: In Betrieb gehen eine Anlage zur Herstellung des Flammschutzmittels Ammoniumpolyphosphat und eine Produktionsanlage für Azo-Pigment-Farben (Hansa-Gelb-Pigmente).

Die Polyethylen-Anlage wird auf die Herstellung von Polypropylen umgerüstet.

Für die Entfernung von Schwefel aus Stahlschmelzen wird auf Basis Carbid ein Entschwefelungsgemisch entwickelt und produziert.

 

1977

Ein neues Arbeitsgebiet wird mit dem Bau des ersten Pflanzenschutzmittel-Betriebes, PSM 1, begonnen. Der insektizide Wirkstoff Hostathion ist das erste Pflanzenschutzmittel aus Knapsacker Produktion.

 

1978

Das Werk beginnt mit der Phoban-Anlage die Produktion von Phosphorspezialitäten auf der Grundlage von Phosphorwasserstoff.

Die Palette der Azo-Pigment-Farbstoffe wird auf Hansa Rot- und Hansa Scharlach-Pigmente ausgedehnt.

Die Pflanzenschutzmittelanlage wird durch Aufnahme des Fungizids Derosal erweitert.

 

1979

Der zweite Pflanzenschutzmittel-Betrieb (PSM 2) nimmt die Herstellung von Illoxan auf. Illoxan ist ein Herbizid, das selektiv gegen Flughafer eingesetzt wird.

Aus der Technikumsanlage der organischen Forschung kommt ein neues Basisprodukt: Methanphosphonigsäuredichlorid, ein reaktives Zwischenprodukt aus dem Pflanzschutz- und Flammschutzmittel hergestellt werden

Dr. Hellmut Gäbler
Dr. Max-Rudolf Buchmann

ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber InfraServ Knapsack liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.