Mit Herzblut und Engagement für Knapsack

Der Name Fund ist vielen Hürtherinnen und Hürthern ein Begriff – nicht zuletzt wegen des Sicherheitsfachgeschäfts „Hubert Fund“ in der Alt-Hürther Weierstraße. Inhaber des Familienbetriebs in zweiter Generation ist Thomas Fund. Der gebürtige Kölner kam in seiner frühen Kindheit mit seinen Eltern nach Hürth und ist seitdem hier fest verwurzelt. Doch nicht nur beruflich ist Fund in die Fußstapfen seines Vaters getreten. „Wenn in Knapsack oder Alt-Hürth etwas nicht stimmt, bin ich für die Leute da“, erzählt Thomas Fund, der mit viel Engagement und für die Menschen vor Ort die ehrenamtliche Tätigkeit als Ortsvorsteher der Stadtteile Alt-Hürth und Knapsack ausübt. Im Interview mit dem KnapsackSPIEGEL berichtet er von seinen Aufgaben und spricht über die Vergangenheit und Zukunft von Knapsack.

Herr Fund, Sie sind jetzt seit über drei Jahren Ortsvorsteher von Alt-Hürth und Knapsack. Was genau ist Ihre Aufgabe?

Fund: Als Ortsvorsteher bin ich quasi der Vermittler zwischen den Bürgerinnen und Bürgern der Stadtteile Alt-Hürth und Knapsack und der Stadt, also der erste Ansprechpartner, wenn irgendetwas ist. Außerdem führe ich Ehrungen zum neunzigsten Geburtstag und zur Goldhochzeit durch, wenn das gewünscht ist. Wenn jemand hundert Jahre alt wird oder ein Ehepaar seine Diamantene Hochzeit feiert, komme ich zusammen mit dem Bürgermeister.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit besonders gut?

Fund: Der Kontakt mit den Menschen. Durch den Haushaltswarenladen meines Vaters lief früher sowieso jeder bei uns auf und hat uns erzählt, wenn irgendwo etwas nicht richtig funktionierte. Mein Vater war damals im Rat der Stadt tätig und konnte deswegen auch Einfluss nehmen. Eigentlich ist es einfach so geblieben, nur eben, dass ich das jetzt in offizieller Funktion als Ortsvorsteher weiterführe.

Mit welchen Anliegen wenden sich die Knapsacker und Alt-Hürther an Sie?

Fund: Das sind Anliegen ganz unterschiedlicher Art. Ob das jetzt Müll ist, der irgendwo illegal abgelegt worden ist, ob eine Straße irgendwo kaputt ist, Hunde irgendwo hinmachen, wo sie nicht hinmachen sollen oder aber, wenn beispielsweise ein Hürther Künstler einen Ausstellungsraum sucht. Da gucken wir dann, ob wir etwas finden, wo er seine Werke zeigen kann, einen alten Laden, der schon länger leer steht zum Beispiel.

Sie wohnen in Alt-Hürth, welche Verbindung haben Sie selbst zum Wohnort Knapsack?

Fund: Es gibt in Knapsack einen kleinen Bolzplatz. Dort haben meine Freunde und ich in unserer Jugend häufig gespielt und gebolzt, damals war der aber noch nicht so schön wie heute. Das war eher eine große Wiese. Als Jugendliche haben wir uns dann mit unseren BMX-Rädern illegaler Weise in die Gruben des Knapsacker Tagebaus geschlichen und sind dort herum gefahren bis uns der Werkschutz erwischt und wieder rausgeworfen hat. Mit dem waren wir dann beinahe per du, weil man sich ja kannte. (lacht)

Was hat sich in Knapsack in den letzten Jahren verändert?

Fund: Früher war Knapsack ja ein riesiger Ort mit eigenen Geschäften, Bäckereien und Kneipen. Hier war richtig viel los, vergleichbar mit Alt-Hürth später. Das hörte dann mit der Umsiedlung von Knapsack und dem Abriss der Häuser auf, als hier die Umweltbelastung durch die Industrie auf dem Knapsack-Hügel zu groß wurde. Jetzt leben nur noch knapp 140 Menschen in Knapsack.

Welche Herausforderung stellt der Wohnort Knapsack heute dar?

Fund: Im Grunde genommen ganz viele. Es ist ja so, dass es in Knapsack kein Wachstum mehr geben wird, weil keine Fläche dafür da ist und eine Bebauung nicht mehr stattfinden darf, auch wenn der Wohnort eigentlich heiß begehrt ist. Deshalb geht es vor allem darum, den Bestand aufrecht zu erhalten. Eine weitere Herausforderung ist die Tatsache, dass es immer mal wieder Dinge zu klären gibt: Die Häuser hier waren damals Werkswohnungen für die Mitarbeiter des Chemiestandortes. Nach der Zerschlagung der Hoechst AG, deren Werk dann zum Chemiepark Knapsack wurde, gingen die Häuser und Wohnungen an unabhängige Immobiliengesellschaften im Rhein-Main-Gebiet über. Da gab es in der Vergangenheit auch immer mal Probleme, weil Zahlungen nicht erfolgten, dann ist da auf einmal kein Licht, die Straßen werden nicht gemacht, mit dem Wasser gab es hier Probleme… In solchen Situationen werde ich ins Boot geholt, um zu vermitteln und zu helfen.

Wie sehen Sie das Verhältnis von Wohnort Knapsack und dem Chemiepark Knapsack?

Fund: Soweit ich das beurteilen kann, ist es sehr angenehm, weil es eine gute Kommunikation seitens des Chemieparks gibt. Es werden Nachbarschaftsdialoge abgehalten, wo die Teilnahme ja auch recht groß ist. Klar gibt es immer mal Beschwerden über Lärm- oder Geruchsbelästigung, die ja noch nicht mal unbedingt vom Chemiepark ausgehen müssen. Aber auch in so einem Fall wird der Sache schnell nachgegangen. Auch wir, also die Politik, werden früh genug mit einbezogen, wenn es Pläne oder Änderungen gibt. Generell würde ich sagen, die Knapsacker und der Chemiepark haben eine gute Beziehung zueinander.

Was wünschen Sie dem Chemiestandort Knapsack für die Zukunft?

Fund: Ich wünsche dem Chemiestandort auch für die nächsten 111 Jahre alles Gute, hoffe, dass es genauso, wenn nicht sogar noch besser, weiter geht, wie in den letzten Jahren und dass die Geschäftsführung diesen eingeschlagenen Weg auch weiter beibehält.

 

In Hürth gibt es insgesamt acht Ortsvorsteher und eine Ortsvorsteherin, die sich um die Belange der Bürgerinnen und Bürger in ihrem Stadtteil kümmern. Für alle Anliegen, die Knapsack und Alt-Hürth betreffen, ist Thomas Fund telefonisch unter der Nummer +49 2233 714223 zu erreichen.

Thomas Kuhlow

Leiter Kommunikation
Tel.: +49 22 33 48-65 70
Fax: +49 22 33 48-94 65 70

ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber InfraServ Knapsack liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.