Die Fotos des Chemiepark Knapsack im Stadtarchiv Hürth

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Im Rahmen des 111-jährigen Bestehens des Chemiestandortes Knapsack blicken wir auf die Industriegeschichte auf dem Knapsacker Hügel zurück und sprechen mit Menschen, die mit ihr in Verbindung stehen. Zum Auftakt der Reihe geht es ins Stadtarchiv Hürth, der fotodokumentarischen Wiege des Chemiepark Knapsack.

„Würde man den Bestand des Hürther Stadtarchivs Regal-Meter für Regal-Meter aneinanderreihen, käme man auf eine Strecke, von etwa 3,5 Kilometern – also einmal von Stotzheim nach Efferen und zurück“, sagt Michael Cöln, Leiter des Archivs der Stadt Hürth. Was viele gar nicht wissen: Einen Teil des Bestands bildet auch das Fotoarchiv des Chemiestandortes Knapsack, das seit Anfang der 2000er Jahre dort gepflegt wird. Wie aber kam es dazu und welche Rolle spielt das Archiv für den Chemiepark Knapsack? Im Interview mit dem KnapsackSPIEGEL gibt Michael Cöln Antwort auf diese und weitere Fragen und spricht er über die Verbindung von Stadt und Chemiestandort:

Welche Rolle spielt das Hürther Stadtarchiv für den Chemiepark Knapsack?

Cöln:  Im Stadtarchiv bewahren wir die alte Fotodokumentation der Werksfotografen des Chemieparks auf. Dies ist ein ganz besonderer Bestand, da sich anhand der Bilder die Veränderungen in vielen Bereichen auf dem Knapsacker Hügel widerspiegeln und die Geschichte rekonstruieren lässt.

Wie kam es dazu, dass das gesamte Fotoarchiv des Chemieparks ins Stadtarchiv umgezogen ist und was wird nun damit gemacht?

Cöln: Das ist jetzt schon fast 20 Jahre her und liegt vermutlich daran, dass es im Werk keine Kapazitäten gab, um die aufwändige Fotopflege zu betreiben und ein eigenes Archiv zu führen. Das konnten wir als Stadtarchiv, dessen Aufgabe es ist, durch die dauerhafte, sichere Verwahrung von historisch relevanten Unterlagen, die Erinnerung an die Vergangenheit zu gestalten, leisten. Deswegen werden die Dokumente nun hier verwahrt. Der umfangreiche Bestand wurde in den letzten Jahren von unseren Ehrenamtlern und ehemaligen Chemiepark Knapsack-Mitarbeitern Dr. Horst Klassen und Volker Wirth katalogisiert. In mühevoller Kleinstarbeit haben sich die beiden sechs Jahre lang durch das Material gekämpft und einen Großteil der Bilder erschlossen. Die besondere Kenntnis der Industrieanlagen der beiden „Knapsacker“ war enorm hilfreich bei der Beschreibung der einzelnen Bilder und Negative. Von vielen Fotos können wir nun das Datum und Motiv und vereinzelt auch die Namen der abgebildeten Personen verzeichnen.

Wie viele Chemiepark Knapsack Bilder sind hier archiviert und welches ist das älteste?

Cöln: Insgesamt beinhaltet das Depositum mehrere Tausend Fotodokumente vom Chemiestandort, mit Schwerpunkt auf den 1970er bis Mitte der 1990er Jahre – einige davon sogar noch als Negative auf Fotoplatten. Über die Jahre hinweg haben Herr Dr. Klassen und Herr Wirth über 17.000 Objekte digitalisiert und erfasst. Neben diesem Bestand führen wir aber auch noch weitere Bilder zur Knapsacker Industriegeschichte. Diese gehen zurück bis zur Entstehung des Standortes zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Welche Bedeutung hat der Chemiestandort Knapsack für die Stadt Hürth und Sie persönlich?

Cöln: Der Chemiestandort Knapsack spielt eine große Rolle in der wirtschaftshistorischen Geschichte von Hürth mit großem Einfluss auf die Vergangenheit und Zukunft der Stadt. Anhand der Fotodokumente kann die Entwicklung des Chemiestandortes Knapsack und auch der Stadt nachvollzogen werden. Für mich persönlich ist der Chemiepark wichtig, weil er einem Teil meiner Familie und Freunde Arbeit gibt und zu Hürth einfach dazu gehört.

Thomas Kuhlow

Leiter Kommunikation
Tel.: +49 22 33 48-65 70
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ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber InfraServ Knapsack liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.