01.07.19

Gemeinschaft und Zusammenhalt werden hier großgeschrieben

Berrenraths Ortsvorsteher Gerd Fabian im Gespräch


Für den Chemiepark Knapsack ist ein gutes Verhältnis zu den angrenzenden Stadtteilen enorm wichtig. Das Sprachrohr der Menschen, die dort leben, sind die sogenannten Ortsvorsteher, an die sich Bürgerinnen und Bürger wenden können, wenn etwas in ihrem Wohnort nicht stimmt. Für den Stadtteil Berrenrath, der im Nordwesten an den Chemiepark Knapsack grenzt, ist das Gerd Fabian. Seit 40 Jahren ist er Berrenrather aus Überzeugung und setzt sich ehrenamtlich mit viel Leidenschaft und Engagement für die Bürgerinnen und Bürger in seinem Ortsteil ein. Im Gespräch mit dem KnapsackSPIEGEL erzählt der heute 69-Jährige, was seinen Stadtteil bewegt, was Berrenrath und den Chemiepark Knapsack verbindet und warum er so gerne hier lebt.

Herr Fabian, Sie sind schon seit 15 Jahren Ortsvorsteher von Berrenrath, das ist eine ziemlich lange Zeit, wie ist es eigentlich dazu gekommen?

Fabian: Ich bin da so reingerutscht. Die Ortsvorsteher werden immer von der Partei gestellt, die die meisten Stimmen hat und im Jahr 2004 war das die CDU, der ich angehöre. Und ich bin ja schon seit über vierzig Jahren in der Hürther Kommunalpolitik aktiv – es steckt also gewissermaßen in mir drin, mich für meine Stadt und die Bürgerinnen und Bürger zu engagieren. Als man mich dann fragte, ob ich das Amt des Ortsvorstehers übernehmen möchte, habe ich mich sehr gefreut und es angenommen.

Was genau reizt Sie so sehr an dieser Tätigkeit?

Fabian: Als Ortsvorsteher sind Sie als Ansprechpartner sozusagen das Bindeglied zwischen dem Dorf, seinen Bürgerinnen und Bürgern und der Stadt, also so etwas wie der verlängerte Arm des Bürgermeisters. Dabei gefällt mir besonders der persönliche Kontakt mit den Leuten. Da ich selbst seit vierzig Jahren Berrenrather bin, habe ich auch ein großes Interesse am Leben hier im Ort. Ich bin gerne für die Bürgerinnen und Bürger in unserem Stadtteil da, höre ihnen zu und setze mich dafür ein, dass Berrenrath so lebenswert bleibt, wie ich es kenne. Und ich finde es großartig, dass man in diesem Amt wirklich etwas bewegen kann. 2018 hat hier zum Beispiel das letzte Lebensmittelgeschäft im Dorf geschlossen und das ist natürlich für uns alle ein Problem, denn wir müssen zum Einkaufen ein ganzes Stück fahren. Weil das so viele Leute betrifft, habe ich mich dafür eingesetzt, dass hier bald ein neuer Nahkauf entsteht. Wenn alles nach Plan läuft, können die Berrenratherinnen und Berrenrather ab Juni wieder direkt hier im Dorf einkaufen.

Sie leben schon seit vierzig Jahren hier, was prägt Berrenrath, wie hat sich der Stadtteil in den letzten Jahrzehnten verändert?

Fabian: Berrenrath war lange Zeit stark geprägt von der Industrie auf dem Knapsacker Hügel und darum herum. Zunächst war es die Braunkohle, wegen der das Dorf ja damals umgesiedelt und schrittweise neu aufgebaut wurde, und dann die chemische Industrie, zu der viele Bürgerinnen und Bürger aus dem Ort eine enge Bindung haben – ich übrigens auch, denn ich habe meine Schlosser-Lehre in den 1960ern bei der Knapsack AG absolviert. Außerdem haben hier immer viele Werksangestellte gelebt, die sich auch heute noch mit der Industrie identifizieren, wobei ich auch sagen muss, dass das früher noch etwas intensiver war. Heute ist Berrenrath eher ein Ort, in den viele junge Familien ziehen. Der Stadtteil wächst und verändert sich stetig und das merkt man auch am Dorfleben. Das ist zwar nach wie vor rege und hier wird viel gefeiert, aber es ist nicht mehr ganz so klein und intim wie es früher einmal war. Berrenrath ist eben im Wandel. 

Welche Herausforderung stellt der Stadtteil für Sie als Ortsvorsteher heute dar?

Fabian: Die größte Herausforderung ist eigentlich, das Leben im Dorf aktiv zu halten. Wie gesagt, die Geschäfte machen zu, es gibt einfach weniger Angebote für die Bürgerinnen und Bürger, um sich direkt hier im Ort zu versorgen und vor Kurzem hat auch die Sparkasse ihre Filiale geschlossen. Jetzt ist es ganz wichtig, dass wir uns gemeinsam dafür einsetzen, den Menschen gute Alternativen anzubieten und wieder neue Geschäfte für Berrenrath zu gewinnen. Im Fall der Sparkasse kommt ein Mal die Woche ein mobiler Sparkassenbus. Das ist aber zu wenig für uns. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass der Bus zwei Mal die Woche kommt. Trotz dieser Entwicklung muss ich sagen, dass Berrenrath für mich nach wie vor der schönste Stadtteil von Hürth ist, weil er so viel zu bieten hat.

Man hört, Sie sind mit Leib und Seele Berrenrather, was genau macht Berrenrath für Sie persönlich denn so besonders?

Fabian: Naja, schauen Sie sich mal um: Berrenrath liegt mitten im Grünen, ganz nah an der Voreifel. Der Ort ist perfekt angebunden, sowohl für den Autoverkehr als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln, immerhin haben wir hier neben dem Stadtbus eine Buslinie, die direkt zum Kölner Dom fährt. Wir sind ein sehr familienfreundlicher Stadtteil mit einer guten Kita-Versorgung, haben eine Grundschule mit Offenem Ganztag, ein Kino, das auch über die Grenzen von Hürth bekannt ist und für mich eigentlich das Wichtigste: Gemeinschaft und Zusammenhalt werden hier im Dorf großgeschrieben.

Zum Schluss: Was macht Gerd Fabian eigentlich, wenn er mal frei hat?

Fabian: Ich bin nun seit fünf Jahren im beruflichen Ruhestand, aber weiterhin politisch aktiv und hier im Ort Mitglied in verschiedenen Vereinen und im Kirchenvorstand. Es macht mir einfach Freude, mich für meinen Stadtteil und das Dorfleben zu engagieren. Außerdem habe ich vier Enkelkinder, die quasi in meiner Nachbarschaft leben und für die nehme ich mir nun viel Zeit. Aber, und das ist mir sehr wichtig, man braucht auch mal Zeit für sich und deshalb lege ich regelmäßige Wandertage ein. Und das meine ich so, wie ich es sage: Ich schnappe mir meine Wanderschuhe und fahre in die Eifel oder an die Ahr und genieße die Natur. Das gibt mir Kraft und hält mich fit (lacht).

In Hürth gibt es insgesamt acht Ortsvorsteher und eine Ortsvorsteherin, die sich um die Belange der Bürgerinnen und Bürger in ihrem Stadtteil kümmern. Für alle Anliegen, die Berrenrath betreffen, ist Gerd Fabian telefonisch unter der Nummer +49 2233 933830 zu erreichen.


Thomas Kuhlow

Leiter Kommunikation
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ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber YNCORIS liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.