24.10.19

„Kendenich ist meine Heimat. Mich kriegt hier niemand mehr weg.“

Aufgewachsen am Sonnenhang und mit den Menschen im Dorf vernetzt - als echter Kendenicher kümmert sich Ortsvorsteher Frank Baer mit viel Engagement und Leidenschaft um sein Dorf und die Menschen, die hier leben. Im Gespräch mit dem KnapsackSPIEGEL erzählt er, was Kendenich für ihn so besonders macht, was die Menschen in seinem Stadtteil bewegt und wieso er das Ehrenamt des Ortsvorstehers gerne ausübt.


KnapsackSPIEGEL: Herr Baer, Sie sind seit neun Jahren Ortsvorsteher von Kendenich. Wie ist es dazu gekommen?

Baer: Den damaligen Ortsvorsteher Peter Berger verschlug es 2010 der Familie wegen nach Alt-Hürth und da ein Ortsvorsteher auch im Ort wohnhaft sein muss, hat man einen Nachfolger gesucht. Als ich gefragt wurde, habe ich mich kurz geschüttelt (lacht), meine Frau um Erlaubnis gebeten und dann „Ja“ gesagt. Dafür habe ich zwar schweren Herzens meinen Vorsitz in der Ortsgemeinschaft abgegeben, bin aber weiterhin Mitglied des Vorstandes der Ortsgemeinschaft, seit nunmehr 30 Jahren.

KS: Was genau reizt Sie denn an dieser Tätigkeit?

Baer: Geselligkeit und Ehrenamt liegen bei uns in der Familie. Ich bin gern unter Leuten und freue mich, wenn sie zusammenkommen. Als Ortsvorsteher bin ich den Menschen nahe, zum Beispiel bei den Besuchen von Geburtstags- oder Hochzeitsjubiläen. Da kriegt man mit, was die Menschen in ihrem Leben bewegt, das ist sehr spannend. Außerdem bin ich gerne der Ansprechpartner hier vor Ort und freue mich, wenn ich helfen kann. Das ist als Ortsvorsteher möglich, aber leider auch nicht immer. Ich sage in dem Zusammenhang gerne: Man kann es nicht allen recht machen, aber man kann es zumindest versuchen.

KS: Mit welchen Anliegen wenden sich die Kendenicher denn an Sie?

Baer: Ein großes Thema ist die Infrastruktur und hier vor allem der Verkehr. Es kommt vor, dass LKWs verbotenerweise durch das Dorf fahren, vorzugsweise nachts, weil unser Ort als Umgehung der Luxemburger Straße missbraucht wird. Hier wünschen sich viele, dass sich was ändert. Ich werde aber beispielsweise auch angesprochenbei Gehwegschäden, Müllsünden, wenn mal eine Straßenlaterne nicht brennt oder wenn es einen Nachbarschaftsstreit zu schlichten gibt.

KS: Sie leben schon ihr ganzes Leben in Kendenich. Was hat sich hier in den letzten Jahren oder vielleicht auch Jahrzehnten verändert? Vor welcher Herausforderung stehen Sie?

Baer: Vor allem die Infrastruktur hat sich geändert. Wir haben zum Beispiel keine Raiffeisenbank mehr im Ort, keinen Hausarzt und seit Kurzem ist auch die Apotheke zu. Für diese Dienstleistungen müssen wir mittlerweile nach Fischenich. Dafür haben wir umso mehr Verkehr. Vom Parkraum ganz zu schweigen, ist Kendenich schon lange zu eng für die vielen Autos, die mitunter regelrecht durch unseren Ort rasen. Auch, wenn wir uns Entlastung durch die neue Umgehungsstraße erhoffen, brauchen wir hier dringend Geschwindigkeitskontrollen und wir müssen uns Gedanken um Lärmschutz machen. Die große Herausforderung besteht aktuell darin, gemeinsam und parteiübergreifend an diesem Thema zu arbeiten, denn der Verkehr nervt. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die IG Verkehr, die sich gerade in Kendenich bildet.

Des Weiteren hat sich das Dorfleben verändert. Wir haben zwar nach wie vor eine sehr gute Gemeinschaft und pflegen Traditionen, aber es gibt kaum noch zentrale Treffpunkte. Das war früher anders und jetzt müssen wir uns darum kümmern, dass wir pflegen, was wir noch haben, indem wir beispielsweise die Gaststätte, den Bäcker oder den Lebensmittelladen im Ort auch nutzen.

KS: Sie sind ein echter Kendenicher, was macht den Stadtteil für Sie persönlich so besonders?

Baer: Das ist eigentlich Verwurzelung pur. Ich lebe seit meiner Geburt in Kendenich. Mit Bezug aber übrigens auch zu Knapsack von klein auf: Mein Vater war „op d’r Chemische“ im Lohnbüro der damaligen Hoechst AG angestellt. Seit der Fertigstellung der Werkshäuser im November 1966 wohnt meine Familie „Am Sonnenhang“ und im Juni 1967 bin ich dann dazu gekommen. Ich war hier im Kindergarten und in der Grundschule und bin einfach hier zu Hause. Ich mag die Lage am Hang mit der Aussicht über Köln. Wir haben eine tolle Grundschule und eine Hauptschule mit einer Aula, die für uns der Veranstaltungsmittelpunkt darstellt, sowie einen Kindergarten mit engagierter Leitung. Hier leben viele nette Menschen, die Ortsgemeinschaft funktioniert und man ist in ein paar Minuten im Grünen. Meiner Frau und meinen Kindern gefällt es auch. Kendenich ist meine Heimat und wird es sicherlich immer bleiben, mich kriegt man hier wohl nicht mehr weg.

KS: Sie erwähnten bereits die Industrie auf dem Knapsacker Hügel – wie sehen Sie das Verhältnis zwischen Chemiepark Knapsack und den Kendenichern?

Baer: Das Verhältnis ist insgesamt sehr gut. Früher waren die Industrie und der Ort noch mehr verbunden, weil viele der Arbeiter vom Knapsacker Hügel hier gelebt haben. Aktuell wohnen auch noch einige Chemiepark Mitarbeiter in Kendenich, aber es sind weniger. Heute schätzen wir hier vor allem, dass im Chemiepark Knapsack so viel Wert auf Sicherheit gelegt wird. Niemand hat Angst, denn wir werden gut aufgeklärt und fühlen uns sicher.

KS: Zum Schluss: Wie verbringt Frank Baer eigentlich seine Freizeit?

Baer: Am liebsten natürlich im Kreise meiner verständnisvollen Familie. Oftmals auch mit Kind und Kegel zusammen im Kendenicher Vereinsleben, beispielsweise bei der Karnevalsgesellschaft "Burgknappen". Vereine füllen sowieso einen Großteil meines Lebens - ob im Karneval, Fußball oder auch bei unserem Brauchtumsverein "Die Költer". Außerdem fahre ich seit meinem achten Lebensjahr Rennrad und fahre samstags regelmäßig mit meinen Kendenicher Radsportfreunden. Dabei strampele ich mir dann den Kopf frei.

Ortsvorsteher Frank Baer kennt Kendenich und die Kendenicher kennen ihn. Hier zu Hause und aus dem Kendenicher Dorfleben nicht mehr wegzudenken, ist er einer von insgesamt 9 Ortsvorstehern in Hürth, die sich um die Belange der Bürgerinnen und Bürger in ihrem Stadtteil kümmern.

Für alle Anliegen, die Kendenich betreffen, ist Frank Baer telefonisch unter der Nummer +49 173 7339538 zu erreichen.


Thomas Kuhlow

Leiter Kommunikation
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ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber YNCORIS liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.