03.09.19

Stillstandsmanagement: Fachkräfte für die Zukunft sichern

Rahmenvertragsmodell bringt für Dienstleister und Anlagebetreiber viele Vorteile


Es betrifft nur eine kurze Zeit im Jahr. Doch während den wenigen Wochen eines Stillstands muss alles passen, um die Verfügbarkeit einer Anlage, aber auch die Qualität und Sicherheit der Arbeiten zu gewährleisten. Für viele Unternehmen wird es jedoch zunehmend schwieriger, Fachpersonal in der nötigen Stärke zu beschaffen. Der PVC-Hersteller Vinnolit hat sich für die nächsten fünf Jahre solche Fachkräfte gesichert – über einen weitreichenden Rahmenvertrag mit dem Industriedienstleister YNCORIS.

In Stillständen ist alles anders. Während im normalen Betrieb oft wenige Mitarbeiter ausreichen, um eine Anlage zu fahren, arbeitet während Stillstandszeiten ein Vielfaches an Personal am gleichen Ort. Erfolgreiche Stillstände sind deshalb zu einem hohen Grad abhängig von einer soliden Planung und qualifizierten Fachkräften in der Umsetzung. Dabei bilden heute vor allem fähige Arbeitskräfte einen Engpass. Denn solche Mitarbeiter sind zunehmend rar, insbesondere, wenn sie nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stehen sollen. Das Problem lässt sich auch mit externen Dienstleistern nur begrenzt lösen, denn auch sie können nicht das gesamte Personal vorhalten, sondern müssen auf Partnerfirmen zurückgreifen.

Bei den Stillständen von Vinnolit arbeiten zu Spitzenzeiten rund 400 Personen parallel in verschiedenen Gewerken. Hinzu kommt, dass das Unternehmen nicht nur den Stillstand einer, sondern von mehreren Konti-Anlagen gleichzeitig stemmt. „Unsere Anlagen müssen zum Stichtag wieder in Betrieb gehen. Wir benötigen daher einen Partner, der uns die Verfügbarkeit der Anlage, qualitativ hochwertige Leistungen und die Arbeitssicherheit während des Stillstands garantiert“, sagt Francesco Talarico, Procurement Director bei Vinnolit. Der PVC-Spezialist hat daher einen Rahmenvertrag mit YNCORIS geschlossen. Dabei übernimmt der Industriedienstleister nahezu das gesamte, gewerkübergreifende Dienstleistungspaket für den gesamten Stillstandsmanagement-Prozess. Beginnend mit der Anlagenaufnahme und Planung in der eigenen Planungsdatenbank TARserv, über die Detail- und Terminplanung, bis hin zur Koordination, Durchführung und Nachbearbeitung aller notwendigen Arbeiten bei allen Stillständen seines Kunden im Großraum Köln.

Planungs- und Ressourcensicherheit verbessert

Die Partnerschaft bietet viele Vorteile. So vereinfacht sich der gesamte Angebots- und Planungsprozess der Stillstände für beide Seiten deutlich. Vinnolit sichert sich darüber hinaus den Zugriff auf die nötigen Ressourcen. YNCORIS kann durch seine verbesserte Verhandlungsposition einfacher auf zusätzliches Fachpersonal zugreifen. Der Industriedienstleister verfügt außerdem über umfangreiche Werkstätten. „Dadurch können wir auch nicht planbare Arbeiten in kürzester Zeit erledigen“, so Andreas Becker, Teamleiter Stillstands- und Projektmanagement bei YNCORIS. Ein weiterer Vorteil für den Kunden.

Zusammenarbeit kontinuierlich vertieft

Solche Rahmenverträge sind bisher in der Chemie eine Seltenheit. Die beiden Unternehmen arbeiten jedoch bereits seit 2002 in diesem Bereich zusammen, zunächst nur mit einzelnen Leistungen in einer Anlage. Hinzu kamen im Laufe der Jahre weitere Leistungen und weitere Anlagen. Parallel dazu entwickelten die beiden Unternehmen ein gemeinsames Komponenten-Leistungsverzeichnis. Dieses ermöglicht die Festpreisabwicklung für alle im Stillstand geplanten und betroffenen Anlagenkomponenten und bietet höchste Planungssicherheit für beide Vertragspartner. Der Rahmenvertrag bildet nun die bisher intensivste Stufe der Zusammenarbeit. Dabei ziehen die Unternehmen nach dem ersten Stillstand seit der Unterzeichnung ein durchweg positives Fazit: „Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt. Wir hatten vollen Zugriff auf alle notwendigen Ressourcen, ohne uns mit deren Beschaffung beschäftigen zu müssen“, so Talarico.


Thomas Kuhlow

Leiter Kommunikation
Tel.: +49 22 33 48-65 70
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ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber YNCORIS liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.