01.04.20

Essen hellt die Stimmung auf

Das Coronavirus hat das Leben von uns allen durcheinandergewirbelt. Wie schön, dass einige Dinge – wenn auch mit Einschränkungen – immer noch möglich sind. Wie die warme Mahlzeit für alle, die im Chemiepark arbeiten. Derzeit muss niemand sein Essen von zuhause mitbringen, dafür sorgen die Mitarbeiter der Betriebsgastronomie und geben jeden Tag rund 250 Mahlzeiten aus. Das sind knapp halb so viele wie normal und es zeigt, dass alle, die nicht von zuhause arbeiten, das Angebot weiterhin gern nutzen. Doch nicht nur Kollegen vor Ort profitieren. Gerade Single-Haushalte müssen so deutlich weniger einkaufen, dadurch reduziert sich für alle das Risiko, sich zum Beispiel im Supermarkt anzustecken.   Wie haben sich die Kollegen in Küche und Kantine organisiert, welche Schutzmaßnahmen wurden ergriffen und wie wirkt sich die Lage auf das tägliche Arbeiten aus? Wir haben mit Frank Ebeling, Leiter der Betriebsgastronomie, gesprochen. Er sagt: „Das positive Feedback unserer Kunden macht mich glücklich.“ Außerdem spricht er über die derzeitigen Herausforderungen, Take away-Service und warum er sich manchmal fühlt wie in einer Abiprüfung.


Herr Ebeling, wie ist die Lage bei Ihnen in Küche und Kantine?

Es ist auf jeden Fall ruhiger als sonst, weil wir keine Snacks oder Mahlzeiten für Besprechungen und Konferenzen mehr ausliefern. Seit dieser Woche können unsere Kunden Mahlzeiten nur noch abholen. Wenn wir selbst nach den Öffnungszeiten zusammen essen, fühlt sich das im Moment an wie bei einer Abiprüfung. Wir merken auch, dass wir alle etwas angespannt sind, denn es ist nicht abzusehen, wie lange diese besondere Situation noch dauern wird.

 

Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen, um Kunden und Personal zu schützen?

Als Großverpfleger haben wir auch in normalen Zeiten eine sehr hohe Verantwortung und setzen dementsprechend jeden Tag höchste Hygieneanforderungen um. Durch Corona hat sich daran nichts geändert. Neu für uns war die Abstandregelung, denn im Küchenalltag sind wir es gewohnt, auf engem Raum zusammenzuarbeiten. In der ersten Zeit mussten wir uns deshalb schon umstellen, um nicht mal kurz am Kollegen vorbei nach dem Löffel zu greifen, aber auch diese Verhaltensweisen werden immer mehr zur Gewohnheit. Neu sind auch die Plexiglasscheiben im Kassenbereich und die verlängerten Öffnungszeiten, damit sich alle besser verteilen. Das klappt allerdings noch nicht ganz so gut.

Ja, alte Gewohnheiten ablzuegen ist schwer.

Genau. Die meisten unserer Kunden kommen immer noch in der Zeit zwischen 11:45 und 12:15 Uhr. Es sind aber auch um 13:00 Uhr noch ausreichend Gerichte da.

 

Gab es besondere Herausforderungen durch das Coronavirus?

Insbesondere die Planung ist anspruchsvoller. In den letzten zwei Wochen haben wir zum Beispiel die meisten Vorbestellungen rückgängig machen müssen, hinzu kam die Umstellung auf den Abholmodus. Gleichzeitig möchten wir weiterhin drei unterschiedliche Gerichte plus Salat anbieten, damit auch für Vegetarier und muslimische Kolleginnen und Kollegen immer etwas dabei ist.

 

Was würde passieren, wenn sich einer Ihrer Mitarbeiter mit Covid-19 infizieren würde?

Wir folgen den Empfehlungen des RKI und des Gesundheitsamtes – und das bedeutet, wir müssten die jeweilige Kantine komplett schließen. Jeden Verdachtsfall würden wir sofort in Quarantäne schicken, genauso wie seine engen Kontakte.

 

Was würde das für die Mitarbeiter im Chemiepark bedeuten?

Im Moment versuchen wir, die Mannschaften in den Kantinen möglichst klein zu halten. Die Kollegen bauen zum Beispiel Überstunden ab und wenn die Osterferien beginnen, sind einige Mitarbeiter in Urlaub. Dadurch könnten wir in den nächsten Wochen selbst bei einem Coronafall zumindest eine Notbesetzung stellen, die in einer Kantine Essen ausgeben würde. Denn wir merken, wie wichtig Essen ist, um die Stimmung und ein Stück Normalität im Chemiepark aufrecht zu erhalten. Und dazu wollen wir unseren Beitrag leisten. 

 

Was macht Sie bei Ihrer Arbeit auch in Zeiten von Corona glücklich?

Das positive Feedback unserer Kunden. Es motiviert ungemein, wenn uns unsere Kunden spüren lassen, dass sie unser Angebot zu schätzen wissen und wir merken, dass ihnen unser Essen schmeckt. Im Kollegenkreis macht mich glücklich, dass alle trotzt aller Umstellungen immer mit Herzblut und viel Engagement bei der Sache sind.

 

Wie können Ihre Kunden Sie unterstützen?

Unerlässlich ist, dass alle den Mindestabstand einhalten. Wenn wir diese Vorgabe der Landesregierung nicht einhalten können, müssten wir die Kantinen schließen. Um einen möglichen Kontakt zwischen unserem Personal und unseren Kunden auszuschließen wäre es außerdem wichtig, dass alle ihre Teller erst dann nehmen, wenn er von unserem Personal abgestellt wurde. Und natürlich freuen wir uns über jedes Lächeln.


Thomas Kuhlow

Leiter Kommunikation
Tel.: +49 22 33 48-65 70
Fax: +49 22 33 48-94 65 70

ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber YNCORIS liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.