24.04.20

Das Reinigungskonzept von YNCORIS in Corona-Zeiten

Zu Stoßzeiten nutzen rund 1.700 Menschen die beiden Waschhäuser im Chemiepark Knapsack. Ein Großteil der Schichtmitarbeiter und Handwerker wechselt dort morgens von der Privat- in die Arbeitskleidung, wäscht sich in einer der rund 120 Duschen und zieht sich abends wieder um. Auch in Zeiten von Corona sind die Waschhäuser weiterhin geöffnet. Um das Risiko einer Ansteckung dort so gering wie möglich zu halten, hat das Facility Management vielfältige Maßnahmen ergriffen. Dazu zählen zusätzliche Desinfektionsroutinen und Verhaltensregeln.


Christoff Jakobs, Teamleiter Facility Management Services bei YNCORIS, berichtet, vor welchen Herausforderungen sein Team stand, was er von der Betriebsgastronomie gelernt hat und ob er gegen Versorgungsengpässe kämpfen musste. Außerdem beschreibt er, nach welchem Konzept sein Team andere Bereiche desinfiziert.

Herr Jakobs, in den Waschhäusern ist es feucht und warm. Eigentlich beste Bedingungen für einen Virus.

Das stimmt. Doch das Coronavirus ist von einer Fettschicht umhüllt und reagiert deshalb empfindlich auf fettlösende Substanzen wie Alkohole und Tenside, die in Seifen und Desinfektionsmitteln enthalten sind. Und genau hier setzen wir nun schon seit Anfang März erfolgreich an.

Das heißt?

Wir haben unsere normale Unterhaltsreinigung, bei der wir jeden Tag die Duschen, Waschbecken, WCs und Böden in den Waschhäusern gründlich reinigen, durch eine Desinfektionsroutine ergänzt. Dabei desinfizieren wir jeden Nachmittag die Kontaktflächen, aber auch alle Sanitärobjekte und Türgriffe, weil sie in den Waschhäusern sehr oft angefasst werden. Außerdem haben wir überall Verhaltensregeln ausgehängt.

Wie sorgen Sie dafür, dass sich nur wenige Mitarbeiter in den Waschhäusern aufhalten?

Wir haben in Absprache mit den nutzenden Facheinheiten und dem Pandemie-Arbeitskreis die Stoßzeiten aufgelöst. Früher kamen viele zu bestimmten Uhrzeiten, zum Beispiel zum Schichtwechsel. Nun kommen manche etwas früher, andere etwas später, so verteilt es sich und es ist insgesamt viel ruhiger. Einige Mitarbeiter gehen nun auch zuhause duschen. Die Kollegen halten sich vorbildlich an die Regeln und sorgen für ausreichend Abstand.

Welche Herausforderungen mussten Sie anfangs meistern?

Wir hatten uns vor Corona noch nicht mit viruziden Desinfektionsreinigern beschäftigt. Denn die normalen Mittel, die Sie in der Drogerie kaufen können, töten in der Regel nur Pilze und Bakterien und bieten daher bei Viren keinen Mehrwert gegenüber normalen Reinigungsmitteln. Hier hat uns die Betriebsgastronomie sehr unterstützt, denn die Kollegen müssen seit jeher sehr strenge Hygieneregeln einhalten. Von ihnen haben wir viel gelernt und konnten so schnell die richtigen Mittel bestellen und wirksame Maßnahmen ergreifen.  

Desinfektionsmittel und Toilettenpapier sind im Privaten knapp. War das bei Ihnen genauso?

Wir besitzen normalerweise einen Vorrat für vier Wochen – auch jetzt. Anfangs haben wir uns kurz Sorgen gemacht, es könnte zu Engpässen kommen, doch unsere Versorgung ist gesichert. Bisher gab es allerhöchstens leichte Lieferverzögerungen. Wir merken, dass der Verbrauch von Seife leicht ansteigt. Das ist gut, denn es bedeutet, dass die Mitarbeiter sich häufiger die Hände waschen. Es halten sich derzeit nämlich weniger Menschen im Chemiepark auf als sonst. 

Gibt es ein Desinfektionskonzept für die anderen Bereiche bei YNCORIS?

Natürlich haben wir uns auch hier Gedanken gemacht. Nach den Aussagen des Bundesamts für Risikobewertung gibt es derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen durch den Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätten. Weil wir aber möchten, dass sich unsere Kollegen sicher fühlen, haben wir unser Reinigungskonzept in Absprache mit dem Arbeitskreis Pandemie angepasst. Wir desinfizieren nun zusätzlich zur täglichen Unterhaltsreinigung auch Küchen und Toiletten und alle Gegenstände die häufig genutzt werden. Das sind zum Beispiel Kühlschranktüren, Kopierer, aber auch Handläufe, Griffe und Lichtschalter in öffentlichen Bereichen.  Dieses Konzept hat übrigens auch der überwiegende Teil unsere Kunden im Chemiepark übernommen.

Demnächst stehen einige Stillstände an.

Das stimmt. Die Waschhäuser werden dann auch von Handwerkern aus anderen Unternehmen genutzt. Deshalb haben wir auch hier ein Konzept erstellt, um Kontakte zu vermeiden und die Abstandsregeln möglich zu machen. Wir arbeiten dabei zum Beispiel an zeitlichen Regelungen oder separaten Gängen.  


Thomas Kuhlow

Leiter Kommunikation
Tel.: +49 22 33 48-65 70
Fax: +49 22 33 48-94 65 70

ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber YNCORIS liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.