10.08.20

Reality-Check

Wie gestaltet sich der Arbeitsalltag in einer leitenden Funktion? Die Aktion „Meine Position ist spitze!“ gibt interessierten Schülerinnen und Schülern Antwort.


Vier Träume, wie die Zukunft wohl aussehen könnte. Vier junge Menschen kurz vor oder nach dem Schulabschluss. Vier, die sich der Frage nach dem „Und-was-dann?“ stellen. Einen Job machen, den man wirklich mag, einen, der ausfüllt und fordert. Karriere? Ja, klar. 

Die Möglichkeiten der Berufswahl sind zahlreich, da ist jegliche Form der Orientierungshilfe mehr als willkommen. Vier Schülerinnen und Schüler aus der Region nutzen die einmalige Gelegenheit und übernehmen im Rahmen der Aktion „Meine Position ist spitze!“ für einen Tag in einem Unternehmen des Chemieparks Knapsack den Chefsessel.

Als die vier Schülerinnen und Schüler mit den Herren, die ihnen für diesen Tag ihren Job anvertraut haben, im Feierabendhaus eintreffen, liegt bereits ein ereignisreicher Vormittag hinter allen Beteiligten. Die nächsten Programmpunkte sind ein gemeinsames Mittagessen und eine Rundfahrt durch den Chemiepark.

Vor welchen Herausforderungen der Personalleiter eines wachsenden Unternehmens mit derzeit über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht, davon konnte sich Stella Nohr ein Bild bei YNCORIS machen. Auf der Agenda ihres Vormittags stand u. a. die Erstellung eines Konzepts zur Rekrutierung sowie eine Besprechung mit der stellvertretenden Personalleiterin. Die Chance zu bekommen, den Alltag von Thomas Sengelmann zu erleben, findet die Schülerin super. Der erfahrene Personalleiter schätzt an ihr, dass „sie einen Plan für ihre berufliche Zukunft hat“ und lobt den Wert der Aktion: „Mit Menschen zu sprechen und den Austausch zu suchen ist für beide Seiten inspirierend und eine Bereicherung.“

CABB ist ein internationaler Chemiekonzern und der 17-jährige Ibrahim Erdem aus Velbert übernimmt für einen Tag die Aufgaben von Betriebsleiter Jürgen Brück. „Heute Vormittag hatten wir schon viele Termine, wie z.B. Produktionsbesprechung und -planung und einen Betriebsrundgang. Es ist anstrengend, aber gleichzeitig sehr anregend, Chemie interessiert mich wirklich sehr. Ich fand es beeindruckend, in der Anlage zu sein!“ Jürgen Brück und Standortleiter Dr. Wolfgang Schick sind gleichermaßen angetan: „'Meine Position ist spitze!' ist für uns ein Stück Öffentlichkeitsarbeit und eine Investition in die Zukunft. Wir brauchen junge, interessierte und engagierte Menschen wie Ibrahim Erdem. Hiermit haben wir eine Möglichkeit, sie zu erreichen.“

Und wie leitet man eine Bildungsakademie in Zeiten der Digitalisierung? Auch Marco Mencke, Geschäftsführer der Rhein-Erft Akademie, stellt seine Position zur Verfügung. Seinen Platz nimmt heute Klara Weth aus Kerpen ein, die sich in einer „Berufsfindungsphase“ sieht. Sie schwärmt davon, wie offen man ihr am Vormittag im Weiterbildungszentrum der Akademie begegnete, wie man sie an Überlegungen teilhaben ließ. „Jetzt bin ich gespannt, was der Nachmittag bringt, der im Zeichen der Ausbildung steht!“ Mencke weiß, wie sinnvoll eigene Erfahrungen sind, um eine Berufswahl zu treffen: „Darin besteht unsere Motivation, an der Aktion teilzunehmen. Die Fragen, die Klara Weth heute Morgen eingebracht hat, waren klasse. Ich erlebe sie als interessiert und gleichzeitig reflektiert und bin überzeugt, dass der Tag sie in ihrer Entscheidungsfindung weiterbringen wird!“?

Konrad Schick, 16 Jahre jung, konnte sich am Morgen bei der Moderation eines Führungstreffens bewähren. Dr. Frank Zurmühlen, Standortleiter bei Bayer, ist begeistert von seinem Stellvertreter: „Den Morgen hat er sehr souverän gemeistert. Am Nachmittag bleibt's spannend, dann werden wir an einem Investitionsmeeting teilnehmen, bei dem es um große Summen gehen wird! Wir erleben hier beide einen sehr positiven und aufregenden Tag.“ Das Interesse des Schülers aus Weilerswist an der Chemiebranche ist groß, aber in welche berufliche Richtung er gehen möchte, ist noch offen: „Da ist so ein Tag eine interessante Möglichkeit, ein Stück Wirklichkeit kennenzulernen.“  

2015 rief die ChemCologne, das Netzwerk der chemischen Industrie im Rheinland, die Schüleraktion ins Leben. Dr. Clemens Mittelviefhaus, Geschäftsführer bei Yncoris und Vorstandsvorsitzender von ChemCologne, freut sich: „Die Community wird größer! Die Zahl der interessierten Schülerinnen und Schüler wächst, ebenso wie die Zahl der Unternehmen, die die Aktion attraktiv finden.“ „Trotz der ungewöhnlichen, Corona-bedingten Umstände konnten wir in diesem Jahr 21 Chefposten vergeben, davon vier hier in Knapsack – ein Rekord“, ergänzt Daniel Wauben, Geschäftsführer bei ChemCologne. Beide sind überzeugt vom Wert der Aktion, die dazu beiträgt, die Akzeptanz der chemischen Industrie im Allgemeinen und den Bekanntheitsgrad der beteiligten Unternehmen im Speziellen zu erhöhen. In Zeiten des Fachkräftemangels gewinnt die Kontaktaufnahme von Unternehmen zu den heranwachsenden potentiellen Arbeitskräften weiter an Gewicht. Die wiederum erleben eine ganz besondere, echte Arbeitssituation und können ihre Vorstellungen dem Reality-Check unterziehen.

Wer noch mehr über die Teilnehmer 2020 wissen oder im nächsten Jahr selbst am Schülerwettbewerb „Meine Position ist spitze!“ teilnehmen möchte, findet Infos auf der Website von ChemCologne (www.chemcologne.de).


Thomas Kuhlow

Leiter Kommunikation
Tel.: +49 22 33 48-65 70
Fax: +49 22 33 48-94 65 70

ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber YNCORIS liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.