21.09.20

„Solidarprinzip hat perfekt funktioniert“

Der Chemiepark Knapsack präsentierte den Besuchern zur Nacht der Technik Rhein-Erft eine gelungene Veranstaltung


Die Nacht der Technik am 11. September war die erste und Corona-bedingt wohl auch einzige große öffentliche Veranstaltung des Chemieparks Knapsack (CPK) im Jahr 2020 – und sie war ein großer Erfolg. Denn sämtliche Besucherführungen und Busfahrten durch den Chemiepark waren ausgebucht – erstmalig waren bei sechs Rundfahrten Doppeldecker mit jeweils 40 Plätzen im Einsatz. Und die beiden letzten Rundfahrten ließen das Herz von Industrieromantikern höherschlagen. Zusätzlich zur Rundfahrt steuerte der Bus einen Fotopunkt an, von welchem sich bei klarem Wetter ein herrlicher Blick in die beleuchtete Kulisse des Chemieparks Knapsack ergab. 
Thomas Kuhlow, Leiter Kommunikation beim CPK-Betreiber YNCORIS, freut sich nicht nur über die insgesamt sehr gute Resonanz, sondern betont auch: „Das Solidarprinzip des Chemieparks hat an diesem Abend perfekt funktioniert – fünf Standortunternehmen stellten sich in der Nacht der Technik stellvertretend für 25 Unternehmen den Fragen der Besucher.“ 

Und diese fünf „Local heros“ waren YNCORIS, BASF, Bayer, die Rhein-Erft Akademie und die AGK Abwasser-Gesellschaft Knapsack. Sie alle erwarteten die Besucher auf der neuen Techniknacht-Expo von VDI und VDE am Architekturhighlight Feierabendhaus mit entsprechenden Info-Ständen und spannenden Führungen durch den Chemiepark. So erklärte die AGK anschaulich, wie die industriellen Abwässer aus dem Chemiepark nach der Nutzung durch den Produktionsprozess so aufbereitet werden, dass sie unbedenklich wieder dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt werden können (siehe auch Info-Kasten). Nach der ebenso unbedenklichen wie spektakulären Grünfärbung des Duffesbach durch einen ungefährlichen Farbstoff im CPK-Abwasser vor einigen Wochen war es richtig und sinnvoll gerade in diesem Bereich bei Nachbarn und Besuchern für mehr Aufklärung zu sorgen. 

Spannende Informationen gab es auch bei der Crop Science Division der Bayer AG und der BASF Agricultural Solutions. Bei Bayer stand beispielsweise die Besichtigung eines Produktionsbetriebes für Pflanzenschutzmittel auf dem Programm, bei der die Komplexität einer chemischen Produktionsanlage präsentiert wurde. Und auch BASF gewährte in diesem Segment umfangreiche Einblicke in die Prozesse einer Hightech-Produktionsanlage. Beide Unternehmen zeigten die Abläufe von der Rohstoffversorgung über die Synthese- und Aufarbeitungsstufen bis zum Versand des fertigen Produktes. 

Die Rhein-Erft Akademie (REA) präsentierte sich als das Bildungsunternehmen der Region und zeigte ihr breites Spektrum nicht nur im Bereich Ausbildung, sondern auch im Bereich Weiterbildung und Studium. Am Stand der REA konnten sich die Besucher über Chancen und Herausforderungen der vielfältigen Aus- und Weiterbildungswege informieren. Zusätzliches Highlight war der Coconutbreaker. Das mechatronische System mit einer Kraft von sieben Tonnen vereinte das gesammelte Wissen für Automatisierungstechnik. Seine »Erfindung« stammt aus einer Projektarbeit der Azubis und repräsentiert das, wofür für die REA steht: Die eigene Praxis innerhalb der Ausbildung.

Auch für die virtuellen Besucher der Nacht der Technik hatte die REA ein spannendes Angebot:  Sie konnten in die Ausbildungswelt der RheinErft Akademie eintauchen und eine Werkstatt mit über 30 voll ausgestatteten Arbeitsplätzen, Schweißkabinen und modernen Werkzeugen ebenso besichtigen wie Maschinen zur Metallbearbeitung, speicherprogrammierbare Steuerungen sowie Steuerungstechnik und Elektropneumatik. Virtuelle Besucher konnten sich zudem auf einen Spaziergang durch das Produktionstechnikum begeben, ein digital gesteuertes Lernchemiewerk im Maßstab 1:10, in dem sich alle Prozesse abbilden lassen, die die Auszubildenden auch im späteren Berufsalltag (zum Beispiel im Chemiepark Knapsack) erwarten.

Nicht nur bei der REA boten sich vor allem für junge Besucher, die sich beruflich orientieren möchten, geballte Informationen an einem Ort. Unternehmen aus dem Chemiepark stellen sich als Arbeitgeber vor. So vertrat YNCORIS als einer der führenden Industriedienstleister in Deutschland das Thema Berufseinstieg. Und die Architekturstudierenden von CPK-Netzwerkpartner TH Köln erklärten, wie bauliches Planen und architektonisches Entwerfen digital möglich wird. Der M+E-InfoTruck von kölnmetall / Arbeitgeberband der Metall- und Elektroindustrie Köln e.V.  informierte auf zwei Etagen mit etwa 80 Quadratmetern Präsentationsfläche über Ausbildungsberufe und moderne Arbeitsformen in der Metall- und Elektroindustrie. Praktische Exponate und moderne Informationstechnik lieferten anschauliche Beispiele aus der M+E-Arbeitswelt, Informationen zur Berufsvorbereitung sowie aktuelle Ausbildungsangebote. 

Mit am Start auf der Techniknacht-Expo waren auch die Wasserstoff-Visionäre von Hycologne e.V. mit ihren emissionsfreien Fahrzeugen. Unter dem Dach von HyCologne haben sich 37 industrielle und öffentliche Partner zusammengeschlossen, um gemeinsam mit Wasserstoffanwendungen in der Region Köln einen Beitrag zur Energiewende und zur Erreichung der Klimaschutzziele zu leisten. Die großen Mengen an Wasserstoff, die als Nebenprodukt in der chemischen Industrie in Hürth-Knapsack entstehen, sind nicht nur der Treibstoff für den öffentlichen Bus-Nahverkehr in Hürth sondern auch für die Erfolgsstory der Partner, die auf dem Stand von HyCologne präsentiert wurde. Besucher konnten dort zudem mit Experten diskutieren, neueste Wasserstofffahrzeuge besichtigen und über eine App erkunden, wie weit der Ausbau der öffentlichen Tankstellen fortgeschritten ist. 

Das Thema „Cleantech“ und die Reduzierung von Wasserverbrauch stehen bei i+f process auf dem Plan. Kaum ein industrieller Prozess kommt ohne große Wassermengen aus. Dass Wasser zunehmend eine knappe Ressource ist, ist allgemein bekannt. Was also tun, um den hohen Wasserverbrauch zu reduzieren? Der Ansatz der Filterexperten von i+f process empfiehlt ein Umdenken: Vom Wasser verbrauchen zum Wasser gebrauchen. Das Leistungsspektrum des Unternehmens umfasst Planung, Beratung, Bau, Service und Betrieb von verfahrenstechnischen Anlagen im Bereich der Produktions- und Umwelttechnik. 

Bei einer Nacht der Technik durfte natürlich auch die Werkfeuerwehr nicht fehlen. Zumal die Werkfeuerwehr im Chemiepark Knapsack auf eine über hundertjährige Geschichte zurückblickt. Feuerwehrarbeit ist und bleibt eine Gemeinschaftsleistung – man muss sich aufeinander verlassen können, Gefahren im Einsatzgebiet kennen, Technik beherrschen, Gerätschaften warten und Menschen aus- und fortbilden. Am Feierabendhaus kam die Werkfeuerwehr dieser Aufgabe an diesem Abend nach und zeigte den Besuchern an der Brandsimulationsanlage, wie sie mit einem Feuerlöscher einen Entstehungsbrand wirkungsvoll bekämpfen können.

Thomas Kuhlow resümiert: „Die gesamte Veranstaltung war rundum gelungen. Die Besucher haben einmal mehr einen fundierten Eindruck von den Abläufen im Chemiepark Knapsack bekommen. Sie konnten darüber hinaus an den Ständen spannende Infos sammeln, nicht nur von Standortunternehmen, sondern auch von wichtigen Netzwerkpartnern wie der TH Köln. Zudem wurden Zukunftsthemen gemeinsam sehr anschaulich präsentiert wie beim Thema Wasserstoff und HyCologne.“ 

Zweifellos hat der CPK seine zentrale Rolle als wichtiger Arbeitgeber und guter Nachbar in der Region wieder einmal unterstrichen. So waren unter den Gästen auch zahlreiche Mitarbeiter mit ihren Familien. Dass die Veranstaltung bei den Menschen sehr gut angekommen ist, spiegelte sich auch in der entsprechenden Resonanz in den Social-Media-Kanälen wider. Kuhlow abschließend: „Es war eine tolle Zusammenarbeit zwischen YNCORIS und allen Firmen und Ausstellern. Infrastruktur, IT mit WLAN, Elektrik für Strom und Licht und natürlich, in schwierigen Corona-Zeiten, auch das Thema Sicherheit mit ausreichend Parkplätzen und einer perfekten Zutrittsregelung konnten überzeugen. Danke nochmals an alle Beteiligten.“


Thomas Kuhlow

Leiter Kommunikation
Tel.: +49 22 33 48-65 70
Fax: +49 22 33 48-94 65 70

ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber YNCORIS liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.