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26.03.21

„Teamgedanke muss immer im Vordergrund stehen“

Alexander Stwerka ist seit 1. Januar 2021 neuer Betriebsleiter VC-Betrieb bei Vinnolit im Chemiepark Knapsack


„Wir sitzen hier alle in einem Boot. Niemand kann alles wissen, es muss immer Hand in Hand gehen. Die Stärken, die jeder einzelne mit sich bringt, möchte ich hervorbringen. Dabei muss der Teamgedanke immer im Vordergrund stehen, sodass Experten-Wissen geteilt und transparent wird“, sagt Alexander Stwerka. Der 34-jährige ist seit dem 1. September 2019 bei Vinnolit und hat zum 1. Januar 2021 die Verantwortung für die Leitung des VC-Betriebs in Knapsack übernommen.

Unter Tage „geerdet“

Dass Stwerka so teamorientiert arbeitet, hat gute Gründe, die viel mit seinem Werdegang zu tun haben: Er weiß aus eigener Erfahrung nur zu gut, dass in den meisten Menschen viel mehr Potenzial schlummert als sie glauben. Das gilt auch für ihn selbst: Denn bevor der Maschinenbauingenieur mit Fachrichtung Anlagen- und Energietechnik sein Studium erfolgreich abschloss, hatte er schon manch andere berufliche Erfahrung gesammelt. Während seiner dreijährigen Ausbildung zum Mechatroniker in der Zeche Heinrich-Robert in Pelkum (Hamm) erwarb er an der Abendschule berufsbegleitend sein Fachabitur. Im dritten Ausbildungsjahr ging es zudem unter Tage – und das hat Stwerka in besonderem Maße geprägt und ihn auch für seine heutige Arbeit ein stückweit „geerdet“, wie er selbst betont: „Das Thema Kollegen-Zusammenhalt ist unter Tage noch einmal etwas ganz Anderes und mir bis heute unheimlich wichtig. Transparenz und respektvoller Umgang miteinander und eine offene Kommunikation sind Themen auf die ich besonderen Wert lege und die ich in einem Team sehr zu schätzen weiß. Deshalb ist mir das Pflegen eines guten Teamgeistes auch ein echtes Anliegen.“

Im Anschluss an das Studium machte Stwerka zusätzlich noch eine Weiterbildung zum Schweiß-Fachingenieur und fand Ende 2011 in Duisburg seine erste Anstellung: Gut acht Jahre arbeitete er bei der damaligen Momentive (heute Hexion) Speciality Chemicals GmbH in Duisburg als Betriebsingenieur für Investitionen und Instandhaltung. Während dieser Phase blieb Stwerka seinem „Malocher-Prinzip“ treu und erwarb von Anfang 2015 bis 2017, ebenfalls berufsbegleitend, den Master of Business Administration. Mit diesem massiven Ausbildungs-Fundament ergab sich in der Folge die Karrierechance bei Vinnolit – zunächst als Prozessingenieur, aber mit der Perspektive, eines Tages den nächsten Schritt zum Betriebsleiter gehen zu können.

Verantwortungsvolle Position

„Das war ein Vorteil für beide Seiten. Das Unternehmen hatte seit dem 1. September 2019 die Möglichkeit mich kennenzulernen und zu prüfen, ob ich für die verantwortungsvolle Position des Betriebsleiters geeignet bin. Und auch ich konnte mir erst einmal ein Bild vom Unternehmen machen“, unterstreicht Stwerka. Dies immer mit dem Ziel möglichst bald Verantwortung zu übernehmen – so zum Beispiel auch im Hinblick auf Personalführung: Im VC-Betrieb in Knapsack ist Stwerka inzwischen für rund 60 Mitarbeiter in einem Fünf-Schicht-System verantwortlich.

Zwar ist Stwerka offiziell erst seit rund zwei Monaten im Amt, wurde aber im Vorfeld als Prozessingenieur schon unter den Fittichen von Vinnolit-Standortleiter Jürgen Eichler akribisch auf die neue Position vorbereitet, die nach dem Weggang von Davy Jamaer – er übernahm seinerzeit die Rolle des Vinnolit Standortleiters im Chemiepark Merkenich – vorübergehend vakant war und daher von Eichler kommissarisch übernommen wurde. „So hatte ich Jürgen Eichler als direkten Ansprechpartner. Wir haben uns zwischenzeitlich ein Büro geteilt und ich hatte die Chance, sehr viele Detailkenntnisse zu erlangen. Denn er verfügt über ein herausragendes Wissen.“

Große Herausforderung

In der Tat wartet auf Stwerka mit dem breiten Aufgabenfeld eines Betriebsleiters eine Herkulesaufgabe. Neben der Personalverantwortung stehen für 2021 ambitionierte Unternehmensziele auf dem Programm. Und last but not least ist bereits im Frühjahr 2021 ein großer Stillstand mit rund 140 TÜV-Behälter- und 480 TÜV-Rohrleitungsprüfungen geplant. „Das wird eine große Herausforderung“, sagt Stwerka und ergänzt: „Und das vor dem Hintergrund des allgegenwärtigen Corona-Themas, das nicht zuletzt organisatorisch weiterhin sehr viel Zeit verschlingt.“

Natürlich hofft Stwerka, dass sich das Infektionsgeschehen bis dahin weiter abflaut, aber angesichts derzeit stagnierender Zahlen ist das zurzeit noch ungewiss. Doch letztendlich hat Stwerka bereits die gesamte Pandemiezeit seit März 2020 im Chemiepark Knapsack miterlebt und musste sich von Beginn an unter erschwerten Bedingungen mit den organisatorischen Abläufen vertraut machen. Wichtige Besprechungen können zurzeit nur noch online stattfinden und so wird montags und donnerstags über „Star Leaf“ mit zirka 16 Kollegen bereichsübergreifend eine Morgen-Routine durchgeführt, in der die wichtigsten Themen angesprochen werden. „Auf diese Weise wird ein reger Austausch unter den Abteilungen gewährleistet. Zudem werden regelmäßige Jour-Fixe-Termine zwischen den Kollegen vor Ort und im Home-Office anberaumt.“    

Dabei fällt Stwerka als Betriebsleiter eine zentrale, koordinierende Rolle zu, die zumindest zurzeit überwiegend am Schreibtisch stattfindet. Themen, die einer besonderen Aufmerksamkeit vor Ort bedürfen, finden natürlich in der Anlage statt wie zum Beispiel tägliche Sicherheitsrundgänge. Zwar führen die Betriebsmeister in den einzelnen Schichten ihre Schichtbücher und verfügen über so viel Erfahrung, dass nicht alles mit dem Betriebsleiter besprochen werden muss. Aber es gibt natürlich immer wieder Themen, wo eine Entscheidung auf Betriebsleiter-Ebene erfolgen muss. Stwerka: „So sind zum Beispiel viele Investitionen für das Jahr 2021 erforderlich, wie die Erneuerung der Spaltrohre in unseren Spaltöfen während des Stillstands im Frühjahr.“

Feuerprobe „Stillstand“

Solche Projekte erfordern eine erhebliche Vorlaufzeit. „Nach dem Stillstand ist vor dem Stillstand. Direkt nach dem Stillstand im Frühjahr 2020 geht man schon in die Planung für den Stillstand 2021. So wird es auch in diesem Jahr sein“, erklärt Stwerka, wohlwissend, dass der diesjährige Stillstand auch eine Art „Feuerprobe“ für ihn sein wird – zumal aufgrund von Personalwechseln der eine oder andere Kollege nicht mehr an Bord ist und Corona-bedingt auch Ausfälle durch Quarantäne drohen, wie es im Frühjahr 2020 der Fall war. Aber gerade aus diesen Erfahrungswerten des Vorjahres ergibt sich der Vorteil, bereits einen Stillstand unter Corona-Bedingungen erfolgreich absolviert zu haben und über entsprechendes Know-how zu verfügen. „Das war seinerzeit eine besondere Herausforderung. Und ich hoffe natürlich, dass uns im kommenden Frühjahr niemand in diesem Zeitraum ausfällt. Aber wir verfügen über einen entsprechenden Pandemieplan, Container und Zelte, um den Stillstand erneut erfolgreich zu absolvieren.“

Ein erfolgreicher Stillstand im April/Mai hat höchste Priorität, ist aber nicht das einzige Ziel mit dem Stwerka angetreten ist: „Auch, wenn es sich erst einmal lapidar anhört, möchte ich meiner neuen Aufgabe zunächst einmal voll umfänglich gerecht werden. Allein die umfangreichen Gesetzestexte lassen erahnen, welche erheblichen Herausforderungen dahinterstehen. Es ist wichtig, an dieser Stelle einen Wissenstransfer zu gewährleisten. Hier bin ich besonders dankbar, dass die Mitarbeiter mich dabei unterstützen. Zumal wir in der Vergangenheit im VC-Betrieb mehrere Betriebsleiter-Wechsel hatten. Auch dieses Wissen muss greifbar gemacht werden.“ 

Lernen ist ein Privileg

Bei seinem bis dato mitunter steinigen Karriereweg, blieb, wie Stwerka selbst sagt, „einiges auf der Strecke, aber Lernen ist ein Privileg, das man nutzen sollte.“ So war in den vergangenen Jahren wenig Zeit für Privates und Hobbys – erst recht nicht nach dem Umzug von Düsseldorf nach Hürth im September 2019 und der Karrierechance in Knapsack. Stwerka führt seit fünf Jahren eine Wochenendbeziehung, seine Partnerin lebt in Paderborn, ist aber so oft wie möglich an seiner Seite: „Meine Lebenspartnerin unterstützt mich und hält mir in jeglicher Sicht den Rücken frei.“. Seine liebsten Hobbys sind der Fitnesssport und mit guten Freunden essen zu gehen. Letzteres muss Corona-bedingt wohl noch eine Weile warten. Das Thema Fitness dagegen kommt trotz aller Einschränkungen nicht zu kurz, wie Stwerka abschließend unterstreicht: „Bei dem stressigen Wochen-Alltag ist mir Sport zur Kompensation besonders wichtig.“


Thomas Kuhlow

Leiter Kommunikation
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ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber YNCORIS liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.