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20.04.21

Der sechste im Bunde

Sebastian Hecht vervollständigt das Team der Notfallmanager im Chemiepark Knapsack


Verantwortungsbewusst, zuverlässig und die Neugier, den Dingen auf den Grund zu gehen und zu verstehen, wie sie funktionieren – das sind nicht nur drei Eigenschaften, die Sebastian Hecht beschreiben, es sind auch Kernkompetenzen, die für seine neue Tätigkeit als Notfallmanager im Chemiepark Knapsack besonders wichtig sind. Seit Anfang 2019 wird der Mitarbeiter im Notfall- und Krisenmanagement in diese Zusatzaufgabe eingearbeitet, um jetzt auch selbst die Aufgabe im Ereignisfall zu übernehmen.

Zwar der Neue im Team der Notfallmanager, aber schon seit 2015 im CPK

Bereits während seines Studiums Rettungsingenieurwesen mit der Vertiefung Brandschutz an der Technischen Hochschule Köln hat Sebastian Hecht Praxiserfahrungen im Chemiepark Knapsack gesammelt. Das obligatorische Praxissemester absolvierte er im Jahr 2015 im Notfall- und Krisenmanagement. Im Anschluss unterstütze er als Werkstudent in den darauffolgenden Jahren das Team rund um Miriam Schütz und schrieb auch seine Bachelor- und Masterarbeit in Zusammenarbeit mit dem Chemiepark Knapsack zu Themen aus dem Bereich der Gefahrenabwehr. Nach Abschluss des Masterstudiums ist er von der YNCORIS eingestellt worden.  „Ich bin zwar ‚der Neue‘ unter den Notfallmanagern, aber durch meine bisherigen Tätigkeiten im Chemiepark und im Notfall- und Krisenmanagement kenne ich mich bereits sehr gut aus“, erklärt Sebastian Hecht. 

Der Job des Notfallmanagers ist vielseitig

Die Funktion des Notfallmanagers wurde im Jahr 1997 im Chemiepark Knapsack eingeführt und bis heute erfolgreich weiterentwickelt. Insgesamt gibt es mit Sebastian Hecht jetzt wieder sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die diese Aufgabe übernehmen. Die Notfallmanager haben im Chemiepark Knapsack eine zentrale Funktion innerhalb der Gefahrenabwehrorganisation des Standortes. Im Einsatzfall haben sie weitreichende Entscheidungsbefugnisse, vertreten die Chemieparkinteressen nach innen und außen, sind Ansprechpartner für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (unter anderem öffentliche Feuerwehr und Polizei) sowie Schnittstelle zwischen technischer Einsatzleitung der Werkfeuerwehr und dem Werkskrisenstab (Zentrale Einsatzleitung).  

Zwei Jahre Vorbereitung

Während der vergangenen zwei Jahre wurde Sebastian Hecht mit seinen neuen Aufgaben vertraut gemacht. Um auf all das vorbereitet zu sein, hat er eine ausführliche Einarbeitung durchlaufen. Neben dem Kennenlernen der unterschiedlichen Aufgaben und Meldeverpflichtungen, die er als Notfallmanager im Einsatz wahrnehmen muss, hat er Anlagenkenntnisse bei Begehungen gesammelt, betriebliche Übungen begleitet, sich zu vergangenen Einsätzen mit den Notfallmanagern ausgetauscht und diese bei Einsätzen begleitet. 

Enge Zusammenarbeit mit der Werkfeuerwehr

Die Notfallmanager beginnen ihren Dienst morgens um 08:00 Uhr mit einer Dienstübergabe bei der Werkfeuerwehr. „Für 14 Tage übernimmt man den Notfallmanagerdienst. Diesen leistet man in 24h-Schichten ab. Nach den 24 Stunden übernimmt am nächsten Morgen dann ein anderer Notfallmanager“, erklärt Hecht. Die Notfallmanager haben einen Raum bei der Werkfeuerwehr, wo sie die Nacht verbringen. Außerhalb des Einsatzgeschehens arbeiten sie in verschiedenen Positionen bei der YNCORIS, die jeweils eine Schnittstelle und Nähe zum Thema Sicherheit oder Gefahrenabwehr haben. Bei Sebastian Hecht bedeutet das, dass er beispielsweise betriebliche Alarm- und Gefahrenabwehrpläne erstellt oder Übungen für den Werkskrisenstab zusammen mit dem Team Notfall- und Krisenmanagement organisiert und durchführt. Von den Aufgaben im regulären Tagesgeschäft ist der diensthabende Notfallmanager aber sofort befreit, wenn eine Alarmierung oder ein Anruf auf dem Bürgertelefon eingeht (das ist auf den Notfallmanager aufgeschaltet, um eine 24/7-Erreichbarkeit für den Chemiepark sicherzustellen). Und dann muss es blitzschnell gehen: „Klar, so ein Alarm kommt immer überraschend. Dann heißt es Art und Ort des Einsatzes erfassen mit dem Einsatzfahrzeug zum Ereignisort ausrücken und sich vor Ort zusammen mit dem Einsatzleiter der Werkfeuerwehr eine Übersicht über das Ereignis verschaffen. Jede Situation, jeder Einsatz ist anders “, sagt Sebastian Hecht. Aber genau das reizt ihn so sehr an der Tätigkeit.

Notfall-Manager ein Traumjob?

Auch neben der Arbeit ist Sebastian Hecht in der Gefahrenabwehr aktiv. In seiner Freizeit engagiert sich der 31-Jährige bei der Freiwilligen Feuerwehr Köln. Dass er dabei bereits einige Einsätze begleitet hat, ist für seine Tätigkeit als Notfallmanager hilfreich. Auf die Frage, ob Notfallmanager im Chemiepark Knapsack sein Traumjob sei, antwortet Sebastian Hecht schmunzelnd: „Das werde ich noch sehen, aber ich freue mich schon jetzt auf das, was da kommt und stelle mich gerne der neuen Herausforderung.“

 

Wichtige Aufgaben des Notfallmanagers zusammengefasst – ein unabdingbarer Experte und fester Bestandteil der Gefahrenabwehrorganisation im Chemiepark Knapsack

  • Einstufung der Ereignisse mit möglicher Außenwirkung in Meldekategorien und Mitteilung an die Behörden (D-Meldung) in Abstimmung mit dem Einsatzleiter der Werkfeuerwehr 
  • Auslösen der Sirenen bei großen Schadensereignissen
  • Alarmierung des Werkskrisenstabs und weiteren Fachfunktionen und Experten
  • Verhindern bzw. Begrenzen von Schadensauswirkungen durch Anweisen von Maßnahmen bis zum Eintreffen des Leiters des Werkskrisenstabs. Dazu gehört auch das Eingreifen in den Betrieb von Anlagen oder von Anlagenteilen.
  • Informationspflichten gegenüber internen Stellen, Behörden, betroffenem Unternehmen und Öffentlichkeit wahrnehmen, bis der Werkskrisenstab aktiv ist 
  • Beratung des Einsatzleiters der Werkfeuerwehr in chemischen und technischen Fragen
  • Ermittlung des Gefahrenpotenzials bei Stofffreisetzungen

Insgesamt gibt es sechs Notfall-Manager im Chemiepark Knapsack:

  • Miriam Schütz (Leiterin Notfall- und Krisenmanagement)
  • Sebastian Hecht (Notfall- und Krisenmanagement)
  • Marcus Wenzel (Leiter Werkschutz)
  • Jürgen Groborz (Segmentleiter Standortsicherheit)
  • Dirk Froelich (Segmentleiter Genehmigungsmanagement)
  • Ralf Lassmann (Leiter Werkfeuerwehr)

Im Alarmfall rücken sie zusammen mit der Werkfeuerwehr zum Schadensort aus und entscheiden, welche Maßnahmen getroffen werden müssen. Sie kümmern sich außerdem um die Fragen und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger am Bürgertelefon: 02233 48-6001

Bei einem größeren Ereignis wird das Bürgertelefon von einem speziell geschulten Bürgertelefonteam übernommen.


Thomas Kuhlow

Leiter Kommunikation
Tel.: +49 22 33 48-65 70
Fax: +49 22 33 48-94 65 70

ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber YNCORIS liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.