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31.05.22

Stellungnahme des Chemieparks Knapsack zur ARD-Sendung FAKT


Die ARD berichtet in ihrer Sendung FAKT über die deutschen Chemiestandorte Bitterfeld und Knapsack. Eingangs geht der Bericht darauf ein, dass im ostdeutschen Bitterfeld bereits seit über hundert Jahren chemische Erzeugnisse produziert werden. Bitterfeld war auch der wichtigste Standort der chemischen Industrie in der ehemaligen DDR.

Im weiteren Verlauf unternimmt die ARD-Sendung den Versuch aufzuzeigen, dass die schweren Umweltbelastungen in der Region Bitterfeld keineswegs ein Problem in der ehemaligen DDR waren, sondern dass Umweltprobleme bis heute fortbestehen. Um dies zu verdeutlichen, geht der Bericht dann auf den westdeutschen Chemiestandort Knapsack ein. Dabei werden Aussagen missverständlich wiedergegeben, so dass für die Zuschauer der Eindruck entsteht, der Chemiepark Knapsack habe mit einer ähnlichen Umweltbelastung und Umweltzerstörung zu kämpfen wie der Chemiestandort Bitterfeld.

Bitterfeld und Knapsack sind keine Schwesterwerke
Die Chemiestandorte werden in dem Bericht darüber hinaus als „Schwesterwerke“ bezeichnet, was den Eindruck vermittelt, es bestehe hier eine wirtschaftliche Verbindung oder Kooperationsvereinbarung. Richtig ist, dass es keinerlei wirtschaftliche Verflechtungen oder Kooperationen zwischen Bitterfeld und Knapsack gibt. Es gibt gar keine gemeinsame Geschichte der beiden Chemiestandorte.

Kein Zusammenhang zwischen Giftstoffen im Dinnendahlsee und Knapsack
Ereignisse in der gesamten Region werden missverständlich in Verbindung mit dem Chemiepark gebracht. So wird über einen Brand aus dem Jahr 2008 berichtet, bei dem giftiges Löschwasser und darüber hinaus auch regelmäßig weitere chemische Giftstoffe in den Dinnendahlsee gelangt sind. Tatsächlich handelte es sich bei dem Unfall um einen Brand bei einem Entsorgungsunternehmen im Bereich der Ville und steht mit dem Chemiepark Knapsack in keinerlei Zusammenhang.

Überflutung von Alt-Hürth führte zu keiner nennenswerten Schadstoffbelastung 
Die Überflutung des Ortes Alt-Hürth im Jahr 2021 kann dem Bericht zufolge als „Betriebsunfall“ in der Kläranlage des Chemieparks missverstanden werden. Tatsächlich kam es nicht aufgrund von Ereignissen innerhalb des Chemieparks zu dieser Überflutung. Faktisch handelt es sich um eine Naturkatastrophe ohne jeglichen betrieblichen Zusammenhang. Denn zum damaligen Zeitpunkt war die gesamte Region von einem Starkregen-Ereignis betroffen. In zahlreichen Städten und Regionen in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz kam es zu schweren Schäden aufgrund des Unwetters, darunter in Hagen, Düsseldorf, Köln, Bonn, im Kreis Aachen und im Gebiet von Bad Neuenahr/Ahrweiler.

Durch den extremen Starkregen kam es zu einer vollständigen Überschwemmung des Geländes, in dem sich auch die Kläranlage des Chemiepark-Teils Hürth befindet. In Folge der Überschwemmung trat Wasser aus der Kläranlage auf die angrenzende Industriestraße und ergoss sich dem topographischen Gefälle nach weiter in Richtung Alt-Hürth. Der Bericht könnte so verstanden werden, dass Schadstoffe aufgrund dieses Ereignisses den Stadtteil vergiftet haben. Tatsächlich wurden noch in der Nacht nach diesem Ereignis von unabhängigen Stellen an der Übergangsstelle vom Chemiepark Knapsack zur Industriestraße Proben des abfließenden Wassers genommen und untersucht. Die Ergebnisse wurden als unbedenklich eingestuft, zumal durch die großen Niederschlagsmengen ein sehr starker Verdünnungseffekt vorlag. Sie finden alle relevanten Daten und Informationen hierzu am Ende dieses Beitrags.

Geruchsbelästigung stammt nicht vom Chemiepark Knapsack
Darüber hinaus wird über die Vertreterin einer lokalen Umweltinitiative berichtet, die von mehrfarbigen Dampfwolken und einer Geruchsbelastung erzählt. Auch dies wird mit dem Chemiepark in Verbindung gebracht, obwohl auch von anderen Unternehmen oder Betrieben im Umfeld des Chemieparks Geruchsbelastungen ausgehen können. Die Verantwortlichen des CPK haben sich in diversen Vor-Ort-Terminen intensiv mit der Vertreterin der lokalen Umweltinitiative ausgetauscht. Der CPK stand hierzu auch wiederholt im Dialog mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) und der Bezirksregierung Köln. Im Zuge eines Behördentermins mit Begehung einzelner Anlagen konnte festgestellt werden, dass die Gerüche nicht vom Chemiepark Knapsack ausgehen.

Der Chemiepark Knapsack betreibt keine Geheimniskrämerei
Es wird darüber hinaus der Eindruck vermittelt, dass der Chemiepark Knapsack Informationen zu Umweltbelastungen nicht kommuniziert oder gar bewusst vertuscht. Der ARD-Bericht behauptet weiterhin, dass im Bereich des CPK seit dem Jahr 1929 Industrieabfälle „wild verkippt“ worden seien. Tatsächlich kam es in der Vergangenheit zu Umweltschädigungen, die nach dem Stand heutiger Gesetze nicht rechtmäßig wären. Dies ist jedoch bekannt und wird von niemandem verschwiegen. Eine „Vertuschung“ solcher Schäden, die bis in die 1970er Jahre hinein entstanden, wäre heute allein aufgrund des geltenden Umweltinformationsgesetzes gar nicht möglich. Würde der CPK hier gegen geltendes Recht fortgesetzt verstoßen, hätte das rechtliche Konsequenzen. Vielmehr sind alle Informationen öffentlich und können von jeder interessierten Person eingesehen werden. 

Enge, offene und transparente Zusammenarbeit mit Behörden
Zudem arbeitet der Chemiepark Knapsack seit Jahrzehnten vertrauensvoll mit den zuständigen Behörden wie der Bezirksregierung in Köln und dem Rhein-Erft-Kreis eng zusammen. Kenntnisse über Altlasten an diesem über hundert Jahre alten Chemiestandort werden nicht verschwiegen, sondern sie liegen den Behörden vor. Diese Altlasten in Böden, das gilt auch für Verfüllungen auf dem Gebiet des Chemiepark Knapsack, werden kontinuierlich überwacht und analysiert, so dass sie die Nachbarschaft nicht gefährden. 

Grundwasser ist zu keinem Zeitpunkt durch den Chemiepark Knapsack gefährdet
Das gilt ebenso für das Grundwasser in der gesamten Region. So werden regelmäßige Grundwasseranalysen durchgeführt und das Grundwassermessstellennetz fortgehend verdichtet. Das Grundwasser liegt im Chemiepark Knapsack unterhalb einer mächtigen, wasserundurchlässigen Ton-5-Schicht und ist dadurch von sämtlichen Einflüssen unberührt. 
Das im Chemiepark durch versickernden Niederschlag anfallende Wasser ist sogenanntes Schichtenwasser und liegt in einem anderen „Stockwerk“ deutlich oberhalb des tiefen Grundwasserleiters. Die Tonschicht als hydraulische Barriere verhindert ein Durchdringen des Schichtenwassers. Das Schichtenwasser wird über eine Drainage abgeführt und in der Kläranlage des Chemiepark Knapsack gereinigt, so dass kein ungereinigtes Wasser den CPK verlässt. Das gilt auch im Falle einer Havarie. Durch Absenktrichter der auf dem Gelände des CPK betriebenen Förderbrunnen wird die Wasserfließrichtung umgekehrt und dafür Sorge getragen, dass kein Wasser den Chemiepark verlassen kann.

Intensive und offene Kommunikation über rund 20 Kanäle 
Der Chemiepark Knapsack pflegt darüber hinaus auf rund 20 Kanälen eine intensive und offene Kommunikation mit seinen Mitarbeiter(innen) und Nachbar(innen) wie zum Beispiel über zahlreiche öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen und Treffen wie den Nachbarschaftsdialog, der am 26. April erneut stattgefunden hat. Zudem informiert der Chemiepark Knapsack regelmäßig über die sozialen Medien und vier Mal im Jahr mit seinem Nachbarschaftsmagazin KNAPSACK SPIEGEL SPEZIAL, in dem auch verschiedene Umweltthemen und alljährlich die Emissionswerte von Standortunternehmen veröffentlicht werden. 

Engagement bei Renaturierungsprojekten
Auch der regelmäßige und enge Austausch sowie die Kooperationen mit Naturschutzorganisationen wie NABU und BUND sind gängige Praxis. Zudem engagiert sich der CPK bei zahlreichen Renaturierungsprojekten und unterstützt Kompensationsmaßnahmen.

NÜTZLICHE LINKS UND DOKUMENTE

Informationen rund um Emissionen und Probenahmen 

Am 14.07.2021 wurde eine Probe des aus den Kläranlagen in Richtung Alt-Hürth austretenden Wassers genommen und analysiert. Alle Werte liegen, teils deutlich, unterhalb der für die Kläranlage genehmigten Konzentrationen für die Einleitung von gereinigtem Abwasser in den Duffesbach. Den abschließenden Analysebericht des unabhängigen, akkreditierten Labors finden Sie hier. Eine Gegenüberstellung dieser an der Probe vom 14.07.2021 gemessenen Werte mit den durch die Bezirksregierung Köln genehmigten Grenzwerten finden Sie hier

Alle Emissionen aus dem Ersatzbrennstoffkraftwerk veröffentlicht der Chemiepark Knapsack regelmäßig im Nachbarschaftsmagazin „Knapsack Spiegel Spezial“. Die letzten Zahlen aus 2021 können Sie hier nachlesen. 

Besichtigungen des Chemieparks  

Eine Besichtigung des Chemieparks können Sie hier anfragen.

Bebauungsplan 

Den Bebauungsplan 512b von „The New Knapsite“ ist hier einsehbar.

 

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an das Bürgertelefon des Chemieparks Knapsack unter 02233 48 6001 oder an Benjamin Jochum (benjamin.jochum(at)yncoris.com / 0172 511 0996) wenden.


Thomas Kuhlow

Leiter Kommunikation
Tel.: +49 22 33 48-65 70
Fax: +49 22 33 48-94 65 70

ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber YNCORIS liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.