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13.06.22

Nachhaltigkeit konkret: Let's use it again

Über Nachhaltigkeit reden ist gut, machen ist besser … zum Beispiel beim Thema Verpackungen. Gerade Einweggeschirr wird nur kurz genutzt und dann entsorgt. Dass es auch anders geht, zeigt die Betriebsgastronomie im Chemiepark Knapsack.


Ob Plastikstrohhalme, Einwegbesteck oder Styroporbecher – viele solcher Verpackungen dürfen seit 2021 nicht mehr in der Europäischen Union produziert werden. Trotzdem ist der Pro-Kopf-Verbrauch an Einwegverpackungen weiterhin beachtlich. Höchste Zeit also, beim „Snack to go“ nachhaltiger zu werden. Doch das ist oft gar nicht so einfach.


STRENGE GESETZLICHE HYGIENEVORGABEN

„Warum kann ich nicht einfach mein eigenes Geschirr mitbringen und im Betriebsrestaurant befüllen lassen?“, fragen sich viele. „Grundsätzlich gilt: Wir dürfen aus Hygienegründen keine mitgebrachten Schalen oder Teller hinter die Theke nehmen, um sie dort zu befüllen“, erklärt Marvin Heuwing aus der Betriebsgastronomie. „Diese Regel betrifft nicht nur uns, sondern alle, die fertig zubereitete Speisen verkaufen.“ Möglich blieb daher nur ein System, bei dem das Küchenteam Mehrwegbehälter aus dem Bereich hinter der Theke entnehmen, befüllen und dann über die Theke an den Gast weiterreichen kann. Um Einweggeschirr nachhaltiger zu gestalten, erhalten Gäste der Betriebsgastronomie im Chemiepark Knapsack bereits seit zwei Jahren Verpackungen, die in der Bio-Tonne entsorgt werden können. „Die Praxis hat allerdings gezeigt, dass das die wenigsten machen. Viele der kompostierbaren Verpackungen landen trotzdem im Restmüll und werden konventionell entsorgt, sprich verbrannt“, sagt Heuwing.


EINWEG MUSS WEG

Die Betriebsgastronomie geht deshalb noch einen Schritt weiter: Wer im Chemiepark Essen mit an seinen Arbeitsplatz nehmen möchte, muss seit Mitte April nicht mehr auf Einwegverpackungen zurückgreifen – dank einer Mehrweglösung des Azubis Hendrik Poll. Jeder Mehrwegbehälter ist dabei auf 200 Spülgänge ausgelegt. Der Auszubildende zum Fachmann für Systemgastronomie im dritten Ausbildungsjahr bei YNCORIS recherchierte intensiv, schaute sich unterschiedliche Systeme an, testete die Musterbehälter im Alltag und bewertete sie. „Die meisten Systeme basieren auf einem Pfandsystem, bei dem der Gast einen bestimmten Betrag pro Schale oder Becher zahlen muss und diesen Betrag später wieder erstattet bekommt“, sagt Poll. „Im Chemiepark holen aber einige das Essen gleich für mehrere Kolleg*innen mit. Sie müssten dann das Pfandgeld bei allen einsammeln. Das ist nicht besonders praktisch.“


KOSTENLOS UND OHNE PFAND

Eine Lösung ohne Pfandgebühr fand Poll bei Vytal. Das Kölner Unternehmen bietet ein Mehrwegsystem mit weit über 200 Abgabestellen in der Region. Statt Pfand gibt es eine App, in der Becher und Schalen registriert werden. Wer seinen Behälter innerhalb von zwei Wochen wieder zurückgibt, zahlt keinen Cent. „Das war uns besonders wichtig, damit möglichst viele das System nutzen“, so Poll weiter. Nur wer die Behälter länger als zwei Wochen behält, kauft sie automatisch für zehn Euro pro Schale und vier Euro pro Becher. Die App enthält einige weitere praktische Funktionen. So lässt sich dort beispielsweise der Ausleihzeitraum in Urlaubszeiten auf drei Wochen verlängern. Nutzer*innen können „ihre“ Behälter zudem per App an Kolleg*innen weitergeben und müssen sie so nicht zwingend selbst zurückbringen. Auch die Rückgabe ist denkbar einfach: In jedem Betriebsrestaurant des Chemieparks befindet sich eine große Box, in die Mitarbeiter*innen die ausgespülten Behälter einwerfen können. Poll: „Wir scannen jeden Tag die Rückgabe für unsere Gäste und spülen das Geschirr.“ Die App aktualisiert das Kundenkonto direkt nach dem Scannen automatisch.


HOCHWERTIG, ANSPRECHEND, AUSLAUFSICHER

Nicht nur das Verleih-Konzept des Kölner Unternehmens unterschied sich von dem anderen Anbieter, auch das Mehrweggeschirr selbst überzeugte die Betriebsgastronomie: „Die Behälter sind hochwertig, auslaufsicher, BPA-frei und geeignet für Mikrowellen“, so Poll. Ein weiterer Vorteil: Die Kunststoffschalen mit ihren dicht schließenden Deckeln halten länger frisch und lassen viel weniger Gerüche durch als Einweggeschirr, bei dem die Reste des Essens bis zur Abholung in den Mülleimern von Werkstatt oder Büro vor sich hin müffeln. Die Kosten für das Mehrwegsystem bewegen sich für YNCORIS auf dem gleichen Niveau wie die nachhaltigen Einwegverpackungen. Diese Lösung bietet die Betriebsgastronomie auch weiterhin für alle an, die Mehrweggeschirr nicht nutzen können oder wollen. Heuwing: „Wir hoffen allerdings, dass wir möglichst viele vom neuen Konzept überzeugen können.“ Poll hat das Projekt viel Spaß gemacht. „Es ist ein richtig gutes Gefühl, zu wissen, dass ich als Azubi dazu beitragen konnte, den Verpackungsmüll im Chemiepark zu reduzieren – und natürlich auch, dass meine Kolleg*innen mir die Lösung des Problems zugetraut haben.“

UND SO FUNKTIONIERT'S:

  • App herunterladen
  • Einmalig in der App registrieren
  • Essen abholen
  • QR-Code auf dem Behälter mit der App einscannen
  • Scan-Bestätigung an der Kasse vorzeigen
  • Behälter nach der Benutzung kurz ausspülen und verschließen
  • Innerhalb von 14 Tagen wieder in die Box in den Betriebsrestaurants werfen oder bei einem anderen Vytal-Partner zurückgeben


Thomas Kuhlow

Leiter Kommunikation
Tel.: +49 22 33 48-65 70
Fax: +49 22 33 48-94 65 70

ENERGIEVERSORGUNG

Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit ausreichend Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die chemische Industrie. Der Chemieparkbetreiber YNCORIS liefert die benötigten Energien in Form von Strom und Prozessdampf an die produzierenden Unternehmen.

Die Energieversorgung des Chemiepark Knapsack ist auch zu Spitzenlastzeiten garantiert.

Im Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH werden jährlich bis zu 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe thermisch zu Dampf und Strom verwertet. Ergänzt wird dies durch zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD-Kraftwerk) des norwegischen Energieerzeugers Statkraft mit 800 MW und 400 MW installierter Leistung.

Außerdem wird der Chemiepark Knapsack von einem RWE Braunkohle-Kraftwerk in der direkten Nachbarschaft mit Prozessdampf versorgt.