Gut trainiert

Stabsrahmenübung im Chemiepark Knapsack

Bestmöglich vorbereitet sein, Erfahrungen sammeln, Sicherheit in Abläufen gewinnen – all das erfordert Übung. Entsprechend trainiert der Werkskrisenstab im Chemiepark Knapsack mehrmals im Jahr in unterschiedlichen Formaten für den Ereignisfall. Im Dezember 2025 fand die Stabsrahmenübung mit den Standortunternehmen sowie Behörden, also Feuerwehr, Polizei und Vertreter*innen der Dezernate für anlagenbezogenen Umweltschutz der Bezirksregierung Köln, statt. 


Die Stabsrahmenübung: eine Momentaufnahme 

Den Ausweis an das Lesegerät halten. Ein Klick und die Tür zum Bereich des Notfall- und Krisenmanagements YNCORIS springt auf. Heute ist er der Hauptschauplatz der Stabsrahmenübung. Im Flur und den angrenzenden Räumen scheint die hochkonzentrierte Atmosphäre aller Beteiligten fast greifbar. Menschen eilen durch den Gang, stimmen sich ab, telefonieren, erklären. Im ersten Büro steht Dr. Lukas Zöphel. Seit letztem August ist er Werksleiter bei WestlakeVinnolit in Knapsack. Heute nimmt er zum ersten Mal an einer Übung am Standort teil und hat die Funktion des Koordinators Bürgertelefon übernommen. Sein Eindruck: „Ich erlebe gerade eine sehr gute, kollegiale Lernatmosphäre. Unser Ziel ist es, Sicherheit im Ereignisfall zu geben. Daran arbeiten hier alle gemeinsam.“ Ein Büro weiter wird gerade eine Pressemitteilung verfasst. Dann der Ton, der alle zur Lagebesprechung im großen WKS-Raum zusammenruft. Rudolf Grundheber, Betriebsingenieur Leiter EMR bei WestlakeVinnolit, leitet diesmal den Werkskrisenstab. Nach der Lagedarstellung fragt er sachlich und ruhig ab, was der Stand der Dinge ist und welche Maßnahmen in den einzelnen Funktionen und Bereichen laufen. Die Koordinatoren berichten aus ihrem Bereich. Hakt es irgendwo? Noch Fragen? Welche weiteren Maßnahmen müssen ergriffen werden? Hier wird Wissen geteilt. Nachdem Aufgaben benannt und zugewiesen wurden, kehren alle wieder an ihren Arbeitsplatz zurück. Zwanzig Minuten später, wird man sich erneut treffen und austauschen.

Miriam Schütz, Leiterin Notfall- und Krisenmanagement YNCORIS, ist bei der Übung Beobachterin. Sie sagt: „Wir schaffen es hier auf dem Knapsacker Hügel den Geist des Zusammenhalts unter allen Standortunternehmen zu bewahren. Das heißt im Ereignisfall volle Unterstützung vom ganzen Team.“ 


Auf ein Wort mit dem Übungsleiter: eine Rück- und Vorschau

Tobias Bachorz aus dem Team Notfall- und Krisenmanagement YNCORIS, hat die Übung federführend mit der Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen sowie der Werksstudenten geplant und vorbereitet. Am Tag der Übung selbst hielten er und zwei weitere Beobachter*innen die Lage in der Übungsleitung im Blick. „Wir schauen uns an, wie der Werkskrisenstab das fiktive Szenario, in diesem Falle die Beschädigung an einer Vinylchlorid-Pipeline, bewältigt“, erklärt er. Feuerwehr und Polizei geben während der Übung Informationen und Anfragen an den Werkskrisenstab. Dabei orientieren sie sich am Übungsdrehbuch. Es gibt Raum in Abstimmung mit der Übungsleitung den genauen Ablauf zu beeinflussen und zu variieren, zum Beispiel durch vorbereitete fiktive Einspieler.

Aus Sicht von Bachorz und den Kolleginnen und Kollegen aus dem Notfall- und Krisenmanagement belegt die Übung im Dezember einmal mehr, wie gut der Werkskrisenstab im Chemiepark Knapsack aufgestellt ist. In der anschließenden Abfrage unter den über 50 Teilnehmenden zeigt sich ebenfalls große Zufriedenheit. „Das freut uns. Wir wollen, dass alle Beteiligten Sicherheit gewinnen, sich als Teil eines miteinander agierenden und funktionierenden Teams gut fühlen“, bekräftigt Bachorz. Im Nachgang werden alle Feedbacks ausgewertet und Anregungen aufgegriffen. Alle Erkenntnisse werden in einem Abschlussbericht zusammengefasst und gehen in die weitere Arbeit des Teams Notfall- und Krisenmanagement ein. Ein ganz konkretes Beispiel: Aus der vorhergehenden Übung gab es die Rückmeldung, die Dokumentation für die Telefonistinnen und Telefonisten des Bürgertelefons sei zu kompliziert. Darauf wurde in einem Workshop eine neue erarbeitet und jetzt im Dezember getestet. „Wir justieren, passen Prozesse und Dokumentationen an, optimieren die Technik“, erklärt Bachorz. „Außerdem beschäftigen wir uns natürlich mit grundsätzlichen Themen. Ich denke da z. B. an mögliche Ereignisse, die in den letzten Jahren stärker in den Fokus rücken, wie hybride Bedrohungen oder Sabotage bei kritischer Infrastruktur. Diese Themen nehmen wir auf, bereiten uns darauf vor und üben auch solche Szenarien. Wir leben einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.“