Hürth-Süd: Neues Rückhaltebecken

Ein weiterer Meilenstein in Hürth-Süd ist erreicht - das Rückhaltebecken ist fertig.

Ende März, ein weiterer Meilenstein in Hürth-Süd ist erreicht, das Rückhaltebecken fertig. Es misst 40 Meter in der Länge, 25 Meter in der Breite, ist rund 4,20 tief und fasst mehr als 4,2 Millionen Liter.

 

Spezieller Beton

Für die Betonrezeptur kam ein Hochofenzement zum Einsatz. Er neigt im Gegensatz zu anderen Betonsorten weniger zu Rissen, entwickelt aber auch weniger Wärme beim Aushärten. Für eine hohe Stabilität muss die Temperatur im Inneren jedoch bei 10 bis 12 Grad Celsius liegen. Im Sommer ist das kein Problem, im Februar wäre es beinahe eng geworden. Denn im Rheinland kam noch einmal die Kälte zurück. „Dieser Beton benötigt beim Einbauen eine Außentemperatur von mindestens zwei bis vier Grad Celsius. Darunter lässt er sich nur noch schwer, unter null Grad gar nicht mehr verarbeiten, weil der Erhärtungsprozess (Hydratation) praktisch nicht mehr stattfindet und der Beton keine Festigkeit gewinnen kann“, erklärt Daniel Linnemeyer, Bauleiter bei YNCORIS. Eine Alternative wären Fertigteile aus Spannbeton gewesen. Doch sie sind teurer als Beton, der vor Ort gegossen wird. Außerdem erfordert Spannbeton größere Vorsicht. Trifft ein Handwerker beim Bohren zufällig eine der eingebauten Stahleinlagen, eine sogenannte Spannlitze, kann die Stabilität des Konstrukts leiden. Die 60 cm starke Bodenplatte goss das Bauteam noch vor der Kältewelle innerhalb von 12 Stunden. Dazu rückten 80 Betonmischer an. Die Wände folgten in acht Betonierabschnitten. In der Bodenplatte und den Wänden sind insgesamt 100 Tonnen Bewehrungsstahl bei knapp 1.000 m3 Beton verbaut – ein hoher Bewehrungsgehalt.

Hält es auch?

„Selbstverständlich prüfen wir, ob der Beton optimal durchgehärtet ist“, sagt Linnemeyer. Dazu nutzt das Team Probewürfel, die erstmals nach 28 Tagen Trocknungszeit im Labor geknackt und bewertet werden. Zusätzlich kontrolliert das Team durch Echtheitsprüfungen und Messungen am Bauwerk selbst, ob bei der Erhärtungskurve alles nach Plan verläuft. Bei dieser speziellen Zementsorte kann es maximal 56 Tage dauern, bis der Beton stabil genug ist, um dem Druck der Erde von außen standhalten zu können.

Für Regenwasser

Das gesamte Oberflächenwasser von Hürth-Süd wird später über einen Sammelkanal ins Becken geleitet. Daraus werden 15 Liter pro Sekunde an die Kläranlage im Werksteil Hürth weitergegeben. Die Abwässer aus der Produktion fließen separat zur Kläranlage. Die Größe des Beckens berechneten die Planer übrigens aus der Größe des Einzugsgebietes, der Wassermenge, die aus dem Becken an die Kläranlage abgegeben wird, und der Überlaufwahrscheinlichkeit, die einmal in 30 Jahren eintritt.