Den Wandel meistern
Über ein engagiertes Team, mehr als 6.000 unfallfreie Tage und eine neue Abfüllanlage.

Clariant betreibt in Knapsack mehrere Betriebe. Einer davon ist der Phosphorverarbeitende Betrieb (PV-Betrieb). Seit über 70 Jahren wird hier Phosphor verarbeitet, um daraus in weiteren Standortbetrieben von Clariant Produkte für den Coatings- und Flammschutzmittel markt herzustellen. Heute erledigen 25 Schichtkollegen in der Anlage zuverlässig ihren Job.
Respekt!
Es ist gerade viel in Bewegung im PV-Betrieb: Die komplette Leitungsebene hat gewechselt. Seit Januar dieses Jahres arbeiten die Kollegen im 5er-Schichtsystem. Das Schichtmodell wurde aufgrund der positiven Erfahrungen im DEPAL-Betrieb und mit Blick auf eine Vereinheitlichung geändert. Außerdem wurde bei laufendem Betrieb eine neue Abfüllanlage installiert. So viel Veränderung ist nicht immer leicht. Dr. Thomas Westerfeld, Plant Manager PV & DEPAL, schaut mit viel Stolz und Anerkennung auf das Team, dessen Engagement und auch auf die Art und Weise des Miteinander-Arbeitens. Nicht zu vergessen, die positive Entwicklung in Sachen Sicherheit. „Die Akzeptanz für die Maßnahmen im Sinne der Arbeitssicherheit ist hoch, zum Beispiel was das Ausfüllen der Arbeitserlaubnis scheine, die Einführung von LOTOTO (Logout-Tagout-Tryout-System) oder die Umsetzung der Kampagne Stop/Think/Act betrifft“, erklärt er.
Phosphor als Produkt beinhaltet ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial. Doch ungeachtet dessen können die Mitarbeiter des PV-Betriebs über 6.000 Tage ohne Unfälle mit Ausfallzeit vorweisen. Das sind über 16 Jahre! Wolfgang Lehmann, der auf 23 Jahre im PV-Betrieb zurückblickt, weiß: „SOS – Sauberkeit und Ordnung sorgen für Sicherheit.“ Und Kollege Arkadius Bergelt ergänzt: „Das Ent scheidende ist: Wir wollen alle gesund nach Hause gehen.“ Er und Jörg Walter sind schon seit ihrer Ausbildung da bei. Norbert Pohl gehört ebenfalls zur Schicht. Könnte man ihre Erfahrungen aufwiegen, käme einiges auf die Waage. Sie sind überzeugt, dass auch ihre lang jährige Praxis Sicherheit bringt. Der jüngste im Team ist Rico Wiersgalla, der eben erst seine Meisterprüfung bestanden hat. Er und die anderen „Jun gen“ sorgen für einen frischen Blick auf Arbeit und Abläufe. Erfahrung und Erneuerung sind in Kombination manchmal anstrengend, bringen aber alle im Betrieb weiter, da sind sich alle einig.
Hier hält man zusammen
Keiner von ihnen möchte in einem anderen Betrieb als PV arbeiten. „Wir liefern anderen Betrieben im Unter nehmen die Produkte zur Weiterverarbeitung, dadurch standen wir nie im Vordergrund, und früher galt die Arbeit im PV-Betrieb als unattraktiv, schmutzig und schwer“, meint Walter. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Viele der Jüngeren wollen jetzt ins Team. Die Arbeit ist abwechslungsreich. Wer hierher kommt, wird gefordert und gefördert. Das ist attraktiv. Lehmann sagt: „Wir im PV-Betrieb stehen zusammen. Einmal PV, immer PV.“ Seine Kollegen nicken zustimmend.
Grützenbach ergänzt: „Ambitioniert war auch der Zeitplan. In einem alten Gebäude gibt es immer wieder Unvorhergesehenes, das den Ablauf verzögert. Zum Beispiel haben wir unter dem Boden alte Mauerwerke, marode Träger und einen massiven Gesteinsblock gefunden. Nichts davon war vorhersehbar, so dass schnelle Lösungen notwendig waren.“ Beide Ingenieure sind dank bar, dass alle beteiligten Gewerke eine so große Flexibilität gezeigt haben und immer verlässlich waren, so dass der Zeitplan gehalten werden konnte. Jetzt steht die neue Abfüllanlage da und die Mannschaft ist eingewiesen. Dirk Meissner, Betriebsmeister erklärt: „Die neue Anlage bringt Vorteile: Der sanierte Bereich mit Säureschutz gewährleistet die Anlagenkonformität mit den aktuellen gesetzlichen Vorgaben. Höhere Automatisierung an der Spülstation sowie der Abfüllstelle, ein Umsetzer für die Behälter, zwei Förderschnecken und eine Rollenbahn verringern den Arbeitsaufwand und dienen der Sicherheit. So kann beispielsweise der Stapler seine Ladung nun gleich von außen aufnehmen und muss die Halle nicht befahren.“ Seit März hat das Gebäude nun auch ein neues Vordach. „Der Standort Knapsack ist für das Unternehmen strategisch wichtig. Das heißt, es wird investiert. Im PV als ältesten Betrieb gibt es noch das ein oder andere nachzuholen, und auch die neu installierte Abfüllung muss im Alltagsbetrieb noch ihren Feinschliff bekommen“, sagt Westerfeld. „Die Entwicklung geht in die richtige Richtung.“


